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Osteoporose: Vitamin D ergänzen, Calcium eher nicht

 

Zu den modifizierbaren Risikofaktoren der Osteoporose gehört ein Calcium- und Vitamin-D-Mangel. Die in den Sommermonaten produzierten und im Fettgewebe gespeicherten Vitamin-D-Vorräte reichen in der Regel nicht über das ganze Jahr aus. «Gegen Ende des Winters sind wir am Ende unserer Vorräte», sagte Professor Dr. Franz Jakob von der Universität Würzburg bei der Würzburger Wissenschaftlichen Winterfortbildung. Bei älteren Menschen sei die Situation noch schlechter. Da ihre endogene Synthese deutlich geringer ist als bei jungen Erwachsenen und viele Senioren kaum in die Sonne kommen, leide ein Großteil an einem nachweisbaren Vitamin-D-Mangel. In der Regel empfiehlt sich eine Supplementation von 800 bis 1000 IE Vitamin D pro Tag im Winter. Diese Menge entspricht exakt der aktuellen S3-Leitlinie zur «Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose im Erwachsenenalter» des Dachverbands Osteologie. Das Risiko, bei Tagesdosen unter 4000 IE eine Hypercalcämie zu bekommen, sei sehr gering, informierte Jakob. Als Zielwerte für den Knochen reiche ein Serumspiegel von 20 ng/ml.

Eine Supplementation von Calcium wird angesichts des potenziellen kardiovaskulären Risikos heute nicht mehr generell empfohlen. Osteoporose-Patienten sollen laut DVO-Leitlinie täglich 1000 mg Calcium mit der Nahrung aufnehmen. Nur wenn dies nicht gelingt oder die Patienten eine antiresorptive Therapie, vor allem parenteral, bekommen, sind Supplemente angezeigt. Als maximale Gesamt-Calcium-Aufnahme werden 2000 mg/Tag angegeben. (bmg)

 

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09.02.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Zerbor