Hepatitis-C-Impfung: Erfolg in Phase I |

Eine erste Phase-I-Studie mit einer zweiteiligen Impfung gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV) lief erfolgreich: Sie ist sicher und ruft eine breite und starke Immunantwort hervor. Das berichten Forscher um Leo Swadling von der Universität Oxford im Fachjournal «Science Translational Medicine». Während es gegen Hepatitis A und B bereits wirksame Impfungen gibt, war die Entwicklung einer Vakzine gegen HCV bislang nicht erfolgreich. Das Team aus Oxford hat eine ungewöhnliche Strategie entwickelt, um eine möglichst starke Immunantwort auszulösen: Es kombinierte zwei unterschiedliche Impfstoffe, die in einem zeitlichen Abstand von acht Wochen verabreicht werden. Als Primer dient eine Vakzine, die auf einem Schimpansen-Adenovirus (ChAd3) basiert, der verschiedene HCV-Proteine exprimiert. Dieser soll eine Immunantwort initiieren, die dann von einem Booster verstärkt. Als Booster setzt das Team ein modifiziertes Kuhpockenvirus (Modified Vaccinia Ankara, MVA), das ebenfalls HCV-Proteine exprimiert. Das MVA ist ein stark attenuiertes Virus, das speziell zum Einsatz in Impfstoffen entwickelt wurde.
Diese heterologe Prime-Boost-Strategie wurde nun erstmals an 15 gesunden Freiwilligen getestet. Sie rief eine breite und starke T-Zellantwort hervor, die über den Untersuchungszeitraum von sechs Monaten anhielt. Sie lag in einem Bereich, der bei Personen auftritt, deren Immunsystem das Virus ohne Hilfe beseitigen kann. «Eine Reihe verschiedener T-Zellen werden produziert, die verschiedene Regionen des Hepatitis-C-Virus angreifen», sagte die Studienleiterin Professor Dr. Eleanor Barnes laut einer Pressemitteilung der Universität. «Es ist die erste hoch immunogene T-Zell-Vakzine, die bislang gegen Hepatitis C entwickelt wurde.» Da die Impfung gut vertragen wurde, sei nun der Weg frei für Wirksamkeitsstudien. Diese sollen in Baltimore und in Kalifornien mit Drogenkonsumenten als Probanden durchgeführt werden. (ch)
12.11.2014 l PZ
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