Restless-Legs-Syndrom: Langes Leiden bis zur Diagnose |

Mehr als zwei Drittel der Betroffenen mit Restless-Legs-Syndrom (RLS) erhalten die korrekte Diagnose erst frühestens drei Jahren nach Beginn der ersten Symptome. Dieses Manko und die damit fehlende Behandlung der Patienten mit der neurologischen Erkrankung kritisiert zum heutigen Welt-RLS-Tag die Deutsche Restless-Legs-Vereinigung.
Die Zahlen seien in Kanada, den USA, Japan und Europa ähnlich. Weltweit leiden Schätzungen zufolge 7 Prozent der Menschen an der chronischen Erkrankung mit unangenehmen bis stark schmerzhaften Missempfindungen in Armen und Beinen, die vor allem in Ruhe auftreten. Die Erkrankung ist keine reine Befindlichkeitsstörung, sondern kann den Alltag und die Lebensqualität der Patienten sehr stark einschränken. Nach Angaben der Deutschen RLS-Vereinigung hat etwa ein Drittel der Patienten so starke Symptome, dass sie eine medikamentöse Behandlung brauchen, um ihrer Arbeit und ihrem sozialen Leben nachgehen zu können.
«Die Welt benötigt dringend ein stärkeres Bewusstsein für das Leiden und die Notwendigkeit der weiteren Forschung und der richtigen Behandlung für diese Millionen von Patienten», so die Deutsche RLS-Vereinigung. Neben einer verbesserten ärztlichen Fortbildung zu Diagnose und Behandlung fordert der Verein einen besseren Zugang zu Medikamenten und Informationen über die Erkrankung.
Mittel der Wahl bei einem bestätigten RLS ist eine dopaminerge Therapie mit Levodopa oder einem Dopaminagonisten. Bei Unverträglichkeit oder Unwirksamkeit kommen Opiate zum Einsatz. Als Ausweichmöglichkeit stehen Antikonvulsiva, Clonazepam, Carbamazepin, Clonidin und Valproinsäure zur Verfügung. (db)
23.09.2014 l PZ
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