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Bonn: Fußgängerzonen-Streit beigelegt

 

Im Streit um die Belieferung von Apotheken in der Bonner Fußgängerzone ist die Stadtverwaltung von ihrer harten Haltung abgerückt. Lieferanten sollen nun künftig spezielle Genehmigungen erhalten, mit denen sie den Apotheken Ware auch außerhalb der offiziellen Ladezeiten zustellen dürfen.

 

Die Belieferung der Innenstadtapotheken hatte zuletzt immer wieder für Ärger gesorgt. Offiziell dürfen Transportunternehmen Händler in der Fußgängerzone nur zwischen 6 und 12 Uhr mit Ware beliefern. Ausnahmen sind möglich, doch die Stadt erteilt die entsprechenden Genehmigungen äußerst selten und nur unter strengen Auflagen. Eine spezielle Erlaubnis gibt es etwa für Geldtransportunternehmen oder die Post. Den Antrag eines Apothekenlieferanten hatte die Verwaltung zuletzt allerdings abgewiesen. Bei den betroffenen Apotheken war das auf lautstarken Protest gestoßen.

 

Die Stadt Bonn hatte sich daraufhin bereit erklärt, einen Runden Tisch einzuberufen. Am Dienstag kamen nun Apotheker und Lieferanten mit Vertretern aus Politik und Verwaltung zusammen. Die Apotheker hätten auf den im Apothekengesetz verankerten Versorgungsauftrag, die notwendige Kühlung diverser Präparate sowie auf die Vorgaben zu Transport und Vorhaltung von Betäubungsmitteln hingewiesen, heißt es vonseiten der Stadt Bonn. Dabei sei deutlich geworden, dass man die «bisherige Position nicht aufrechterhalten kann», sagte der zuständige Ordnungsdezernent, Wolfgang Fuchs.

 

Er fordert nun, Politik und Verwaltung müssten sich grundsätzlich mit der Situation in der Fußgängerzone beschäftigen. Im vergangenen Jahr hat die Stadt nach eigenen Angaben 7200 Verwarnungen an Lieferanten erteilt, die sich nicht an die zulässigen Ladezeiten gehalten haben. Zwar sei die Fußgängerzone in erster Linie für Fußgänger da. Auf der anderen Seite hätten sich in den vergangenen Jahren die Ladenöffnungszeiten nach hinten verschoben – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Belieferung der ansässigen Händler, heißt es bei der Stadtverwaltung. Nun soll sich die Bezirksvertretung Bonn in ihrer nächsten Sitzung mit diesem Thema beschäftigen. (sch)

 

29.08.2014 l PZ

Foto: PZ/Müller