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MCP: Diese Indikationen bleiben

Welche Indikationen für Metoclopramid (MCP) bleiben und welche aufgrund des Sicherheitsprofils oder fehlender Wirksamkeitsnachweise gestrichen wurden, listet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in einem aktuellen Hintergrundschreiben zur europaweiten Indikationseinschränkung von MCP vergangene Woche auf.

 

Nach der Einführung von Risikomaßnahmen wie der Beschränkung der Anwendung auf fünf Tage und der Dosisreduktion bleibt ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis für folgende Indikationen: Zum einen gilt weiter die Zulassung zur Prävention von verzögerter Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen (oral und rektal) und Kindern im Alter zwischen 1 und 18 Jahren als Zweitlinientherapie (oral und parenteral). Für die Prophylaxe akuter Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechens fehlen eindeutige Wirksamkeitsnachweise, sodass diese Indikation gestrichen wurde. Zum anderen bleibt die Prävention von Strahlentherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen (parenteral, oral und rektal).


Ausschließlich parenteral kann MCP weiterhin zum Einsatz kommen zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen bei Erwachsenen sowie bei Kindern ab einem Jahr zur Behandlung von gesicherter Übelkeit und gesichertem Erbrechen nach Operationen, allerdings als Zweitlinienoption.


Für Erwachsene bleibt MCP eine Option zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, einschließlich akuter Migräne-induzierter Übelkeit und Erbrechen (parenteral). MCP kann zudem weiterhin oral in Kombination mit oralen Analgetika zur Verbesserung der Resorption der Schmerzmittel bei akuter Migräne verschrieben werden. Die maximale empfohlene Behandlungsdauer beträgt für alle genannten Indikationen fünf Tage.

 

Kontraindiziert ist MCP ab sofort für Kinder unter einem Jahr, unabhängig vom Anwendungsgebiet. Weggefallen sind auch die Anwendung bei gastrointestinalen Motilitätsstörungen einschließlich Gastroparese sowie gastroösophageale Refluxkrankheit und Dyspepsie. Hier war nur eine langfristige Einnahme wirksam. Gerade für diese Patienten entsteht eine Therapielücke. Mangels anderer zu Lasten der Krankenkassen verordnungsfähiger Alternativen greifen nun vermutlich mehr Mediziner zu einem grünen Rezept für die chronischen Patienten. (db)

 

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25.04.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Piotr Marcinski