Darmkrebs: Projekt mit besserem Test |

Für Versicherte der Barmer GEK in Bayern steht ab sofort zur Früherkennung von Darmkrebs auch ein immunologischer Stuhltest (iFOBT) zur Verfügung. Zudem werden Versicherte ab dem 50. Lebensjahr von der Krankenkasse angeschrieben und explizit auf die Darmkrebsvorsorge mittels Koloskopie oder Stuhltest hingewiesen. «Wir wollen mehr Versicherte motivieren, die Früherkennungsuntersuchung anzunehmen», sagte Dr. Thomas Giese, Facharzt und Gesundheitsökonom vom medizinischen Kompetenzzentrum der Barmer GEK, bei einer Pressekonferenz in München. «Mit einem niederschwelligen Angebot wollen wir vor allem auch die Männer erreichen, die die Angebote zur Früherkennung deutlich seltener nutzen als Frauen.»
Der immunologische Test sei «einfach und sicher in der Handhabung» und zuverlässiger als der bisherige Test auf Guajakharz-Basis, sagte Giese. Beide sind «fäkale okkulte Bluttests» (FOBT) und weisen nicht-sichtbares Blut im Stuhl nach. Der Hintergrund: Vorstufen von Darmkrebs und Darmkrebsgewebe bluten leicht. Okkultes Blut im Stuhl ist also ein ernster diagnostischer Hinweis. Der Nachweis kann auf biochemischem Weg (Guajakharz-basiert, gFOBT) oder immunologisch geschehen. Der iFOBT erfasst nur humanes Hämoglobin und ist damit weniger störanfällig als der gFOBT, der allgemein Hämoglobin nachweist und durch manche Chemikalien oder Nahrung, zum Beispiel rotes Fleisch oder Zitrusfrüchte, verfälscht werden kann. Die Rate falsch-positiver Ergebnisse sei beim immunologischen Test um den Faktor 4 geringer als beim Guajak-Test.
Die Barmer GEK nimmt den iFOBT nach eigenen Angaben als erste gesetzliche Krankenkasse in ihren Leistungskatalog auf – allerdings nur für ihre bayerischen Versicherten. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Derzeit könnten noch alle im Handel befindlichen Tests verwendet werden, sagte Landesgeschäftsführer Gerhard Potuschek. Jedoch würden alle Tests überprüft, um Qualitätskriterien zu definieren. In zwei bis drei Monaten sei mit einem Ergebnis zu rechnen.
Derzeit haben Frauen und Männer im Alter von 50 bis 54 Jahren jedes Jahr Anspruch auf einen Stuhlbluttest (Guajak-Test). Ab 55 Jahren besteht Anspruch auf eine Früherkennungs-Darmspiegelung, die nach zehn Jahren einmal wiederholt werden kann. Alternativ zur Koloskopie kann der Versicherte alle zwei Jahre einen FOBT durchführen. (bmg)
28.02.2014 l PZ
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