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Augentropfen: Anwendung leicht gemacht

 

Ein Paradebeispiel für eine Arzneiform, die bei der Anwendung im Alter häufig Probleme bereitet, sind Augentropfen. Darauf wies Dr. Wolfgang Kircher, Apotheker aus Peißenberg, beim Fortbildungs­kongress Pharmacon in Davos hin. Der Therapieerfolg sei generell gefährdet, wenn alte und feinmotorisch eingeschränkte Patienten nicht mehr genug Kraft aufbringen können, um ein Arzneimittel korrekt anzuwenden. Das gelte auch für Augentropfen. Der Apotheker nannte einige Empfehlungen, die es dem Patienten erleichtern, die Tropfen richtig anzuwenden.

 

Die erste Hürde stelle bei vielen Ophthalmika die Erstöffnungs-Sicherung dar. So bestehen Aufreißlaschen manchmal aus klar-transparenten Folien, die optisch schwer zu erkennen sind. Manchmal sind auch die Laschen-Enden kurz und eng anliegend, sodass sie schwer zu greifen sind. Kirchers Empfehlung an das Apothekenpersonal: «Bieten Sie Ihren Patienten an, die Erstöffnungs-Sicherung für sie zu entfernen.»

 

Des Weiteren sei die erforderliche Fingerkraft zur Freisetzung des Tropfens je nach Präparat sehr unterschiedlich. Bei fehlender Griffstärke macht es Sinn, die Augentropfen – Flaschen oder Einzeldosenbehälter – auf Körpertemperatur zu erwärmen. Dann lässt sich der Tropfen mit halbierter Kraft gegenüber der Kühlschranktemperatur entnehmen. Der zweite Ratschlag betrifft die Eintropf-Technik. Wie Kircher informierte, erleichtert der Wechsel von der konjunktivalen zur kanthalen Variante vielen Patienten die Verabreichung der Augentropfen. Bei dieser Technik greift der liegende Patient das Behältnis mit beiden Händen und tropft in den inneren Winkel des teilweise oder vollständig geschlossenen Auges. Beim weiten Öffnen der Lider läuft die Lösung dann spontan auf Horn- und Bindehaut ab. (ss)

 

06.02.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Coka