HI-Viren: Versteckt in T-Gedächtniszellen |

US-amerikanische Forscher haben möglicherweise das lang gesuchte Reservoir von HI-Viren im Körper identifiziert: eine kleine Gruppe von T-Gedächtniszellen mit stammzellähnlichen Eigenschaften. Das berichten Mathias Lichterfeld und seine Kollegen vom Massachusetts General Hospital im Fachjournal «Nature Medicine». HIV-Infektionen sind nicht heilbar, denn trotz Unterdrückung der Replikation durch antiretrovirale Therapie kann das Virus nicht eliminiert werden. Es versteckt sich anscheinend in CD4+-T-Gedächtnisstammzellen (TSCM-Zellen). Denn in diesen Zellen, die eine Überlebenszeit von mehreren Jahrzehnten besitzen, konnten die Forscher bei therapierten Patienten hohe Konzentrationen von viraler DNA nachweisen. Bislang galten Stammzellen als resistent gegen HI-Viren.
Die Forscher gehen davon aus, dass die TSCM-Zellen, die Vorläufer von verschiedenen Arten von T-Gedächtniszellen sind, ein Reservoir für HI-Viren bilden und daher ein lohnendes Angriffsziel für neue Therapien darstellen. Gegen Stammzellen gerichtete Wirkstoffe werden derzeit für onkologische Indikationen erforscht. Die Wissenschaftler um Lichterfeld wollen prüfen, ob sich diese auch gegen HIV-infizierte T-Gedächtnisstammzellen einsetzen lassen. (ch)
doi: 10.1038/nm.3445
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14.01.2014 l PZ
Foto: Fotolia/Sebastian Kaulitzki (Symbolbild)