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Ankylosierende Spondylitis: Frühsymptome erkennen

 

Unspezifische, tief sitzende Rückenschmerzen, die bis in das Gesäß und die Hinterseite der Oberschenkel ausstrahlen, können erste Symptome einer ankylosierenden Spondylitis (AS, früher Morbus Bechterew genannt) sein. Im Gegensatz zu anderen rheumatischen Erkrankungen, etwa der rheumatoiden Arthritis, betrifft die AS gerade junge Menschen. Die meisten Patienten erkranken zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr.

 

Apotheker sollten Rückenschmerz-Patienten fragen, wann ihre Beschwerden auftreten. Denn im Gegensatz zu anderen Rückenbeschwerden beginnt der entzündliche Rückenschmerz eher schleichend und macht sich vor allem morgens und in der zweiten Nachthälfte bemerkbar. Häufig wachen AS-Patienten aufgrund der Schmerzen nachts auf und müssen sich bewegen. Entzündlicher Rückenschmerz bessert sich bei Bewegung, aber nicht in Ruhe. Typisch ist auch eine Morgensteifigkeit der Wirbelsäule, die eine halbe Stunde und länger andauert.

 

Neben Patientenschulung und Krankengymnastik sind nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) einschließlich der Coxibe Mittel der Wahl zur Behandlung von Patienten, die unter Schmerzen und Steifheit leiden. Bei regelmäßiger Einnahme können sie auch den Knochenumbau bremsen; dies scheint auf einer Hemmung der Prostaglandin-gesteuerten Osteoblastenfunktion zu beruhen. Apotheker sollten Patienten über den protektiven Effekt der NSAR aufklären und zur Compliance ermutigen. Wenn AS-Patienten mit hoher Krankheitsaktivität darauf nicht ausreichend ansprechen oder NSAR nicht vertragen, sind TNF-alpha-Inhibitoren indiziert. Zugelassen sind Immunbiologika wie Infliximab, Adalimumab (auch zur Behandlung der Frühform), Etanercept und Golimumab. (bmg)

 

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Ankylosierende Spondylitis: Diagnose und Therapie im Wandel, PZ 03/2014

 

15.01.2014 l PZ

Foto: DAK/Wigger