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Methylphenidat: Nebenwirkung schmerzhafte Dauererektion

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Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA weist auf das Risiko eines Priapismus unter Methylphenidat-haltigen Medikamenten hin. Nach Einnahme des Arzneistoffs, der zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt wird, könne es in seltenen Fällen bei Männern jeden Alters zu verlängerten und schmerzhaften Erektionen kommen, so die FDA. Erektionen, die länger als vier Stunden anhalten, müssen sofort ärztlich behandelt werden, um langfristige Schäden am Penis zu verhindern. Schlimmstenfalls können diese zu erektiler Dysfunktion führen.

 

Die FDA empfiehlt den verschreibenden Ärzten, alle Patienten, die mit Methylphenidat-haltigen Medikamenten behandelt werden, auf diese seltene, aber ernste Gefahr hinzuweisen und ihnen die Notwendigkeit einer sofortigen ärztlichen Behandlung bei Auftreten einer länger andauernden Erektion zu erläutern.

 

Die Gefahr des Priapismus könnte Ärzte dazu veranlassen, ihre Patienten statt mit Methylphenidat mit dem nicht-stimulierend wirkenden Atomoxetin (Strattera®) zu behandeln, das ebenfalls zur Therapie der ADHS eingesetzt wird. Atomoxetin könne aber bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, so die FDA, ebenfalls zu Priapismus führen – und das sogar häufiger als unter Gabe von Methylphenidat.

 

In Deutschland sind folgende Methylphenidat-haltige Arzneimittel für die Indikation ADHS auf dem Markt: Concerta®, Equasym®, Medikit®, Medikinet® und Ritalin®. Anders als in den USA wird in den Produktinformationen noch nicht auf die Gefahr eines Priapismus hingewiesen. (rt)

 

20.12.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Markus Bormann