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Onkologie: Pomalidomid zugelassen

 

Die europäische Kommission hat den Wirkstoff Pomalidomid (Imnovid®) zur Behandlung des multiplen Myeloms zugelassen. Das meldet Hersteller Celgene. Indiziert ist das Präparat in Kombination mit Dexamethason bei Erwachsenen mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom. Die Patienten müssen zuvor mindestens zwei andere Therapien erhalten haben, die die Wirkstoffe Lenalidomid und Bortezomib enthielten, und unter der letzten Therapie eine Progression gezeigt haben.

 

Das multiple Myelom ist eine seltene hämatologische Krebserkrankung, bei der sich entartete Plasmazellen unkontrolliert vermehren und im Knochenmark anhäufen, wo sie die Produktion normaler Blutzellen beeinträchtigen. Durch die Ausbreitung der Myelomzellen im Körper kommt es häufig zu Osteolysen und Knochenschmerzen sowie unter Umständen zur Entwicklung von Weichteiltumoren.

 

Pomalidomid ist ein Immunmodulator, der oral verabreicht werden kann. Strukturell ist der Wirkstoff mit Thalidomid verwandt, weshalb auch Pomalidomid ein embryofötales Risiko birgt. Frauen im gebärfähigen Alter dürfen unter Pomalidomid-Therapie nicht schwanger werden. Sie müssen zuverlässig verhüten und sich vor, während und nach der Therapie Schwangerschaftstests unterziehen. In der Schwangerschaft ist der Wirkstoff kontraindiziert.

 

In einer weiteren Pressemitteilung weist Celgene darauf hin, dass die gleichzeitige Einnahme von Pomalidomid mit Arzneimitteln, die stark hemmend oder induzierend auf CYP1A2, CYP3A oder P-gp wirken, zu vermeiden ist. Zudem kann das Rauchen von Zigaretten die Exposition gegenüber Pomalidomid durch CYP1A2-Induktion verringern. Patienten sind darauf hinzuweisen, dass Rauchen die Wirksamkeit von Pomalidomid herabsetzen kann. Ferner sollten sie wissen, dass das Mittel venöse Thromboembolien und pulmonale Embolien verursachen kann. (ss)

 

15.08.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Butch