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Neue Kombi: Immunglobulin und Hyaluronidase

 

Die Firma Baxter bringt eine neue subkutane Infusionslösung zur Substitution von Immunglobulin auf den Markt. Nach der Zulassung durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA ist Deutschland das erste Land, in dem HyQvia® auf den Markt kommt, so Baxter. Einer Pressemeldung des Unternehmens ist zu entnehmen, dass das Präparat ab August zur Verfügung stehen soll.

 

HyQvia wird als «Substitutionstherapie» zur Behandlung folgender Erkrankungen angewendet: primäre Immundefektsyndrome (angeborene Unfähigkeit, ausreichend Antikörper zu bilden) und niedrige Antikörperspiegel im Blut bei Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie oder Myelom, die unter häufigen Infektionen leiden.

 

Die Bestandteile Hyaluronidase und normales Immunglobulin vom Menschen (10 Prozent) befinden sich in einer dualen Flascheneinheit, sind also voneinander getrennt. Das Besondere an dem Arzneimittel ist die Hyaluronidase. Ein neues Therapiekonzept macht sich den natürlichen Ab- und Aufbauprozess der Hyalurosäure zu Nutze: Zunächst wird Hyaluronidase infundiert, was einen beschleunigten, temporären, lokalen Abbau der Hyaluronsäure im Umkreis der Injektionsstelle bewirkt. Dadurch wird die Gewebedurchlässigkeit vorübergehend erhöht und so die Verteilung und Resorption des anschließend infundierten Immunglobulins verbessert. Die Therapie mit HyQvia kann vom Patienten selbst zuhause durchgeführt werden. Es ist nur noch eine subkutane Injektion alle drei bis vier Wochen notwendig. Bei anderen subkutan zu injizierenden Präparaten sind einmal oder mehrmals pro Woche Gaben nötig. Eine andere Therapieoption ist die intravenöse Applikation von humanem Immunglobulin. Sie muss in der Regel – wie bei HyQvia – alle drei bis vier Wochen erfolgen. (ss)

 

19.07.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Shirley