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Hundebisse bei Kindern: So reagieren Eltern richtig

 

Jedes zweite Kind wird bis zu seinem 18. Lebensjahr von einem Hund gebissen. Am häufigsten trifft es kleine Kinder, und meistens werden sie vom eigenen Familienhund gebissen. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass Eltern insbesondere kleine Kinder im Umgang mit Hunden immer beaufsichtigen sollten. Ist es dennoch zu einer Bissverletzung gekommen, empfiehlt die DGKCH, mit dem Kind einen Arzt aufzusuchen und die Wunde, falls nötig, kinderchirurgisch versorgen zu lassen.

 

Als erste Hilfe empfiehlt Professor Dr. Stephan Kellnar vom Klinikum Dritter Orden in München, die Verletzung mit einer sterilen Kompresse oder einem Verband abzudecken. Eltern sollten keine eigenen Versuche unternehmen, die Wunde zu reinigen. Der Arztbesuch ist auf alle Fälle sinnvoll. «Auch hinter äußerlich eher kleinen und ungefährlich erscheinenden Wunden können sich in der Tiefe ausgedehnte Geweberisse und Quetschungen verbergen», so Kellnar. Aufgrund ihrer kräftigen Kiefer sind auch kleinere Hunde in der Lage, schwere Verletzungen zu verursachen, die nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen seien. Falsch versorgt, drohen dem Mediziner zufolge langfristige Schäden wie Funktionseinbußen besonders an Fingern und Händen und unnötig große Narben.

 

Ferner macht die Gesellschaft darauf aufmerksam, dass es auch wichtig ist, Infektionen zu verhindern. «Bei bis zu 20 Prozent der Hundebisse kommt es zu einer Wundinfektion», sagte Kellnar. Krankheitserreger könnten in das Gewebe eindringen und Wundstarrkrampf, Gasbrand oder eine Blutvergiftung hervorrufen. Zudem müsse geprüft werden, ob der Hund womöglich Tollwut hatte. Zwar gelte Deutschland seit 2010 als tollwutfrei, doch die Krankheit sei in anderen Ländern noch teilweise verbreitet, sodass dieses Risiko nicht hundertprozentig auszuschließen sei. Zur Abklärung des Tetanusschutzes sei es sinnvoll, den Impfpass des Kindes zum Arzt gleich mitzubringen. (ss)

 

09.07.2013 l PZ

Foto: Fotolia/AlikeYou