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Rauchen: Nach Schlaganfall besonders gefährlich

 

Nach einem Schlaganfall sollten Raucher alles daran setzen, ihr Laster aufzugeben. Denn greifen sie nach einem überstandenen Schlaganfall wieder zur Zigarette, erhöht das ihr Sterberisiko um das Dreifache. Das berichtete Furio Colivicchi vom San Filippo Neri Krankenhaus in Rom auf dem europäischen Kardiologenkongress in München.

 

Ein Team um Colivicchi hatte knapp 1000 Raucher begleitet, die wegen eines akuten ischämischen Schlaganfalls stationär behandelt worden waren. In der Klinik hatten alle Patienten erklärt, dass sie mit dem Rauchen aufhören wollten. Doch nur knapp die Hälfte von ihnen (47 Prozent) schaffte es, diesen Vorsatz nach der Entlassung ein Jahr lang durchzuhalten.

 

Während dieses ersten Jahres nach dem Schlaganfall starb fast jeder zehnte Patient (9,6 Prozent). Ein Rückfall in alte Rauchgewohnheiten verdreifachte dabei das Sterberisiko der Teilnehmer im Vergleich zu denjenigen, die abstinent blieben. Dieser Unterschied in der Sterblichkeit zeigte sich auch unter Berücksichtigung anderer Risikofaktoren wie Schweregrad des Schlaganfalls, Diabetes und Bluthochdruck. Je früher die Patienten nach dem Schlaganfall wieder zum Glimmstängel griffen, desto höher war ihr Sterberisiko.

 

«Nach einem Schlaganfall könnte die Aufgabe des Rauchens zur Prävention weiterer kardiovaskulärer Ereignisse effektiver sein als jede Medikation», kommentierte Colivicchi in einer Pressemitteilung der europäischen Fachgesellschaft für Kardiologie. Heilberufler sollten rauchende Schlaganfall-Patienten daher unbedingt zu einem Rauchstopp motivieren und sie dabei unterstützen, auf Dauer rauchfrei zu bleiben. (am)

 

29.08.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Paul Prescott