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Morbus Parkinson: Risiko erhöht nach schwerer Grippe

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Patienten, die eine schwere Influenza durchgemacht haben, haben möglicherweise ein doppelt so hohes Risiko, an einem Morbus Parkinson zu erkranken als Menschen, die von der Grippe verschont geblieben sind. Dies ergab eine Studie der University of British Columbia, Vancouver (Kanada), die in der Fachzeitschrift «Movement disorders» veröffentlich wurde. Lag die Influenza mehr als zehn Jahre zurück, zeigte sich dieser Zusammenhang allerdings weniger deutlich. Die Wissenschaftler um Anne Harris untersuchten Daten unter anderem aus Befragungen von gut 800 Patienten, von denen die Hälfte an Morbus Parkinson erkrankt war.

 

Eine vergleichbare Erhöhung des Risikos fanden die Forscher außerdem bei Personen, die berufsbedingt häufigen Kontakt mit Katzen und Rindern hatten. Die Tiere könnten dabei als Überträger von Infektionen fungieren, vermuten die Wissenschaftler, oder sie könnten die Exposition gegenüber einem weiteren möglichen Agens, zum Beispiel bakteriellen Endotoxinen, anzeigen. Ein vermindertes Risiko ermittelten die Forscher hingegen beim Zusammenhang zwischen Morbus Parkinson und Infektionen des Kindesalters wie Masern. (mp)

 

doi: 10.1002/mds.25077

 

25.07.2012 l PZ

Foto: Fotolia/JPC-PROD