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GBA: THC-Spray Sativex mit geringem Zusatznutzen

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Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat dem Oromukosalspray Sativex einen geringen Zusatznutzen für den Gebrauch als Zusatztherapie bei MS-induzierter Spastik attestiert. Das meldet Hersteller Almirall. Die GBA-Beschlussfassung steht damit der Einschätzung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) entgegen. Dieses hatte Sativex® aus formalen Gründen keinen Zusatznutzen bescheinigt. «Wir sind zunächst sehr froh über die positive Entscheidung des GBA, die anerkennt, dass Sativex eine wichtige Rolle in der Befriedigung der Bedürfnisse der Patienten mit MS-induzierter Spastik spielt. Während der GBA den Zusatznutzen als gering definiert hat, glauben wir allerdings, dass Sativex für die Patienten einen beträchtlichen Zusatznutzen bietet und gehen zuversichtlich in die Preisverhandlungen, die den nächsten Schritt in diesem Prozess bedeuten», heißt es bei Almirall.

 

Das Spray ist als Zusatztherapie für Patienten mit Multipler Sklerose zugelassen, bei denen eine mittelschwere bis schwere Spastik nicht angemessen mit einer anderen antispastischen Medikation behandelt werden kann. In dem Endocannabinoidsystem-Modulator sind zwei Wirkstoffe, THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol), enthalten. (ss)

 

22.06.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Valdis Torms