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Belimumab: Überempfindlichkeits- und Infusionsreaktionen

 

In einem Rote-Hand-Brief informiert Hersteller Glaxo-Smith-Kline über schwere bis lebensbedrohliche Reaktionen bei Patienten, die mit dem monoklonalen Antikörper Belimumab (Benlysta®) behandelt werden. Das Medikament kam vergangenen Herbst auf den deutschen Markt und ist zugelassen zur Therapie der systemischen Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes, die selbst schwere Hautreaktionen, Fieber und Entzündungen verursacht.

 

Akute Überempfindlichkeitsreaktionen können verzögert auftreten, daher sollten die Patienten zumindest nach den beiden ersten Infusionen für einige Stunden unter klinischer Aufsicht bleiben, empfiehlt Glaxo-Smith-Kline. Die Fachinformation und Packungsbeilage werden zurzeit um entsprechende Hinweise ergänzt.

 

Die erhöhte Inzidenz von Überempfindlichkeitsreaktionen war bereits zum Zeitpunkt der Zulassung bekannt. Jetzt stellte sich heraus, dass einige dieser Reaktionen typischerweise erst ein bis zwei Stunden nach der Infusion auftraten; bei manchen Patienten auch noch später. Symptome sind unter anderem schwere Atembeschwerden. Nur Ärzte, die in der Behandlung der Erkrankung erfahren sind, sollen das Medikament einsetzen. Behandlungsmöglichkeiten gegen Überreaktionen müssen vorhanden sein. Der Patient muss über die Risiken der Therapie informiert werden. Als Prämedikation kann ein Antihistaminikum gegeben werden. Eine Kombination mit einem Antipyretikum ist möglich. Ob diese Maßnahme die Häufigkeit und Schwere von Infusionsreaktionen senkt, ist noch nicht hinreichend bekannt. (db)

 

 

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Wirkstoffprofil Belimumab (Benlysta® / 2011) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

05.03.2012 l PZ

Foto: Fotolia/ineula