Chinakraut: Ein neues pflanzliches Antirheumatikum? |

Wilfords Dreiflügelfrucht ist ein klinisch wirksames Antiphlogistikum mit Glucocorticoid-ähnlicher immunsupprimierender Wirkung. Auf diese Pflanze und ihre Eigenschaften machte Professor Dr. Oliver Werz aus Jena beim Fortbildungskongress in Davos aufmerksam. Die Pflanze (Tripterygium wilfordii Hook F) wird in Deutschland auch als Chinakraut bezeichnet und ist hier weitgehend unbekannt. Die Traditionelle Chinesische Medizin verwendet sie vor allem zur Therapie von Autoimmunerkrankungen.
Das Spindelbaumgewächs (Celastraceae) enthalte mehr als hundert teilweise pharmakologisch hochaktive Substanzen. Dazu zählen Triptolid, ein Stoff mit gleich drei Epoxidgruppen im Molekül, und Celastrol. Werz informierte, dass bisher sieben qualitativ hochwertige Studien mit Wilfords Dreiflügelfrucht bei Patienten mit rheumatoider Arthritis durchgeführt wurden und diese positive Ergebnisse zeigten. So wurde über eine signifikante Verbesserung von Gelenkschwellungen, Schmerz, Morgensteifigkeit und Funktionseinschränkungen berichtet.
Als problematisch könnten sich aber die relativ häufig auftretenden gastrointestinalen Nebenwirkungen erweisen. Nichtsdestotrotz hält Werz es für angebracht, weitere Forschungsarbeiten mit der Pflanze durchzuführen. Über weitere Kandidaten für neue Phytopharmaka und den Nutzen bereits zugelassener naturstoffbasierter Antirheumatika informiert der Titelbeitrag in der PZ 06/2012 Antiphlogistische Phytopharmaka: Mehr Rigorosität und Visionen. (ss)
Eine Abbildung der Pflanze finden Sie hier (externer Link).
08.02.2012 l PZ
Foto: Fotolia/hjschneider