Institutsschließung: Sachsen besorgt um Arzneiversorgung |

Sächsische Apothekerkammer und -verband reagierten bestürzt auf die Pläne des Rektorats der Universität Leipzig, den Studiengang Pharmazie zum kommenden Wintersemester abzuschaffen. Nicht weniger, sogar mehr Studienplätze würden in Sachsen und darüber hinaus in Deutschland gebraucht. 2010 hatten sich Kammer und Verband an die sächsische Landesregierung gewandt und eine Aufstockung um mindestens 10 bis 20 Studienplätze in Leipzig erbeten. Die Apotheker sehen mittelfristig die flächendeckende Versorgung in Sachsen, besonders im Nacht- und Notdienst, in Gefahr.
Trotz der derzeit hohen Bewerberzahlen sei es bereits jetzt nicht möglich, alle freien Stellen in den Apotheken zu besetzen. Laut Kammer und Verband blieb 2009 jede zweite angebotene Stelle frei. Da demnächst viele ältere Kollegen in den Ruhestand gehen, rechnen die Apotheker mit einer weiteren Verschärfung und Betriebsschließungen.
«Die Umsetzung der Sparziele des Rektorats der Leipziger Universität halten wir für einen eklatanten Fehler», sagte Friedemann Schmidt, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer. Er warnte vor Schließungen und, infolgedessen, weiteren Wegen und längeren Wartezeiten für Patienten. Monika Koch, Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbands, sah den gesetzlichen Auftrag einer qualitativ hochwertigen Arzneimittelversorgung inklusive Nacht- und Notdienst in Gefahr.
Heute morgen hatten rund 100 der derzeit 225 Pharmaziestudenten im Rektorat gegen die geplante Streichung ihres Studiengangs demonstriert. Auch der Studentenrat, die Grünen und die SPD im Landtag kritisierten die Stellenstreichungen an den sächsischen Hochschulen. Leipzig ist der einzige Studienstandort für Pharmazie in Sachsen. Mit der Schließung des Pharmazeutischen Instituts würden 21 Stellen wegfallen, davon fünf Professuren. Die bereits eingeschriebenen Studenten sollen ihr Studium in Leipzig zu Ende führen dürfen. (db)
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