Rundum versorgt: Prävention aus der Apotheke |

Wer sich in seiner Apotheke für Prävention engagiert, kann den betriebswirtschaftlichen Gewinn für seine Apotheke meistens nur schwer beziffern. Die Leistung selbst, zum Beispiel die Messwertbestimmung oder Ernährungsberatung, wird häufig nicht von den Krankenkassen übernommen, nicht alle Patienten sind bereit, selbst zu zahlen. Für die Apotheke lohnt es sich trotzdem – auch mit Blick auf die Zukunft, erläuterte die Apothekerin und geprüfte Präventionsmanagerin Margit Schlenk beim Managementkongress von Pharmazeutischer Zeitung und Lauer-Fischer auf Mallorca.
«Schon beim ersten Rezept sollten Sie den Patienten ermutigen, mehr für seine Gesundheit zu tun», sagte die Fachapothekerin für Offizinpharmazie und Ernährungsberatung. Das kann (muss aber nicht) ein Zusatzverkauf sein, zum Beispiel ein Vitaminpräparat passend zu Erkrankung oder Medikation. Dies kann aber auch die Vermittlung an eine Selbsthilfegruppe sein oder das Angebot eines Raucherentwöhnungs- oder Sportkurses – am besten von der Apotheke selbst durchgeführt. «Wir bieten eine niederschwellige Rundumversorgung an», beantwortet Schlenk die Frage, warum ausgerechnet die Apotheken sich in der Prävention engagieren sollen. «Wir haben eine breitgefächerte akademische Bildung und die nötige Empathie, um Patienten zu motivieren.»
Das Angebot müsse jedoch qualitätsgeprüft sein. «Wir müssen Prävention professionalisieren», forderte Schlenk. Das wirkt sich nicht nur positiv auf das Image des eigenen Betriebs aus, sondern auf den gesamten Berufsstand, zum Beispiel wenn Apotheker in Schulen Vorträge halten. Sollte das Fach Gesundheit eingeführt werden, seien Apotheker angesichts des permanenten Lehrermangels potenzielle Teilzeitlehrkräfte.
«Prävention ist aber kein Marketingtrick, sondern muss auch honoriert werden», sagte Schlenk. Anhaltspunkte dazu biete der Leistungskatalog (LeiKa). Im Einzelnen können dabei Verhandlungen mit den Krankenkassen sinnvoll sein. Die engagierte Apothekerin zeigte sich zuversichtlich, dass der Berufsstand über kurz oder lang in entsprechende Gesetze eingebettet werde. «Wer, wenn nicht wir Apotheker, soll diese Aufgabe übernehmen?» (db)
03.11.2011 l PZ
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