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Merck gegen Merck: Streit um Facebook-Seite

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Der deutsche Pharmakonzern Merck KGaA aus Darmstadt hat den Facebook-Link www.facebook.com/merck an seinen US-amerikanischen Konkurrenten Merck & Co verloren. Die Darmstädter haben nun ein New Yorker Gericht zur Hilfe gerufen, um Facebook zur Herausgabe von Informationen zu zwingen, wie das passieren konnte, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Nach eigenen Angaben hatte sich das deutsche Unternehmen diesen Kurzlink im März 2010 gesichert. Vor einem Monat stellte es fest, dass unter dem Link nun Merck & Co zu erreichen ist.

 

«Weil Facebook ein wichtiges Marketinginstrument ist, hat die Seite einen großen Wert für Merck und die widerrechtliche Aneignung schadet Merck», heißt es in einer Stellungnahme. «Es ist nicht klar, wie das passiert ist oder wessen Fehler es ist.» Facebook stelle keine Informationen dazu bereit. Die Darmstädter erwägen sogar eine Klage. Wen genau die Merck KGaA verklagen will, ist unklar, vermutlich Facebook und nicht die Firma Merck & Co.

 

Merck & Co firmiert außerhalb der USA unter dem Namen MSD (Merck, Sharp & Dohme). Ursprünglich gehörte das Unternehmen mit Sitz in New Jersey als US-Tochter zum deutschen Merck-Konzern. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Merck & Co in den USA infolge des Versailler Vertrags konfisziert und unabhängig. Die Darmstädter Merck KGaA tritt in den USA als EMD (Emanuel Merck Darmstadt) auf. (db)

 

24.11.2011 l PZ

Foto: PZ (Merck, MSD)