Sägepalmenextrakt wirkungslos bei Prostatabeschwerden |

Der Extrakt aus den Früchten der Sägepalme (Serenoa repens) hilft gegen die Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung nicht besser als Placebo. Das ergab eine Untersuchung im Auftrag der US-amerikanischen National Institutes of Health, deren Ergebnis jetzt im Fachjournal «JAMA» erschienen ist. Selbst das Dreifache der Standarddosis bewirkte in der doppelblinden, placebokontrollierten Multicenterstudie nur eine geringe Besserung der Symptome. Diese fiel unter Placebo sogar noch größer aus.
An der Studie nahmen 369 Männer ab 45 Jahren teil, die an einem benignen Prostatasyndrom (BPS) litten. Sie erhielten über 18 Monate entweder Placebo oder Sägepalmenextrakt. Dessen Dosis wurde von 320 Milligramm täglich nach 6 beziehungsweise 12 Monaten auf zunächst 640 und schließlich 960 Milligramm täglich gesteigert. Als Maß für den Schweregrad des BPS diente der American Urological Association Symptom Index (AUASI). Er hat eine Skala von 0 bis 35 und berücksichtigt Symptome wie Restharngefühl, häufiges (nächtliches) Wasserlassen, Startverzögerung und Harnstrahlabschwächung. Ein niedriger AUASI-Wert bedeutet nur leichte BPS-Beschwerden.
Nach anderthalb Jahren hatte sich der durchschnittliche AUASI-Wert der Teilnehmer in der Verumgruppe von 14,42 auf 12,22 verbessert. In der Placebogruppe war im Schnitt eine Veränderung von 14,69 auf 11,70 zu verzeichnen, was sogar eine leichte Überlegenheit für Placebo bedeutet. Nebenwirkungen traten weder unter Sägepalmenextrakt noch unter Placebo auf. (am)
doi: 10.1001/jama.2011.1364
28.09.2011 l PZ
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