EHEC-Epidemie: Durchfallkeim breitet sich aus |

Der Darmkeim EHEC breitet sich weiter aus. Mittlerweile haben sich in Deutschland mehrere hundert Menschen angesteckt. Bei mindestens 40 von ihnen verläuft die Krankheit besonders schwer. Bei vielen ist derzeit die Nierenfunktion eingeschränkt. Einige schweben in Lebensgefahr.
Zahlreiche Menschen liegen auf der Intensivstation, viele von ihnen erhalten Dialyse-Behandlungen. «Die Lage ist weiter ernst», hieß es heute aus dem Gesundheitsministerium in Hamburg. «Die Zahl der schweren Verläufe in einem kurzen Zeitraum ist sehr ungewöhnlich, auch die betroffenen Altersgruppen sind untypisch. Aktuell sind vor allem Erwachsene, überwiegend Frauen, betroffen», teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit.
Nach Angaben der Behörde ist die Infektionsquelle für die EHEC-Erkrankungen möglicherweise noch aktiv. Die schweren Verläufe litten unter dem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), das von Enterohämorrhagische Escherichia-coli-Bakterien (EHEC) verursacht wird. Dabei kann es zu Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall roter Blutkörperchen und einem Mangel an Blutplättchen kommen.
Die Erkrankungen häufen sich seit der zweiten Maiwoche. Laut RKI treten auch weiterhin neue Fälle auf. Allein in Schlewswig-Holstein gibt es 90 Verdachtsfälle mit blutigen Durchfällen, davon 13 mit schwerem Verlauf und Nierenversagen. Bremen und Niedersachsen melden insgesamt 69 Patienten, von denen sich einige in Lebensgefahr befinden. In Hamburg sind 40 Patienten stationär aufgenommen; in Hessen 25. Mecklenburg-Vorpommern meldete vier bestätigte und vier Verdachtsfälle.
In Nordrhein-Westfalen sind zwei Fälle bekannt geworden. Im Saarland haben sich mindestens drei Menschen infiziert. In Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern gab es am Montagnachmittag noch keine bestätigten Fälle.
Befragungen von Patienten in Niedersachsen ergaben, dass vermutlich Gemüse die Ursache der Infektionen ist. Das Lebensmittel müsse sich irgendwo im Handel befinden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsamts in Hannover.
23.05.2011 l dpa
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