Morbus Crohn: Wurmeier fürs Immunsystem |

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist die Entzündung nur ein Aspekt bei der Pathogenese der Erkrankungen. Ebenso wichtig scheinen Experten zufolge die Störung der epithelialen Integrität und die Beeinträchtigung der Barrierefunktion der Darmmukosa zu sein. Bei einem Symposium der Dr. Falk Pharma GmbH in Dublin sprach Professor Dr. Jürgen Schölmerich aus Frankfurt am Main von einem «Paradigmenwechsel beim Krankheitsverständnis». Er plädierte für ein sequenzielles Therapiekonzept, das neben der antientzündlichen Behandlung eine Stabilisierung der Darmmukosa anstrebt. Zu erreichen ist dieses Ziel möglicherweise durch eine Behandlung mit Lecithin, da Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) oft eine auffallend niedrige Lecithin-Konzentration im Mucus des Kolons aufweisen. Als weitere potenzielle Innovation stellte Schölmerich ein Präparat aus Trichuris suis ova, also aus Eiern des Schweinepeitschenwurms, vor. Mit diesem verbindet sich die Hoffnung, das Immunsystem der Patienten modulieren zu können, um so die pathogenetischen Prozesse bei CED positiv zu beeinflussen. (ss)
15.03.2011 l PZ
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