Infusionen: Suche nach der Verkeimungsquelle |

In der Uniklinik Mainz sind zwei Neugeborene vermutlich an einer mit Darmbakterien verschmutzen Infusionslösung gestorben, ein drittes schwebt in Lebensgefahr. Bei den Infusionen handelte es sich um parenterale Nährlösungen, die in der Klinikapotheke unter sterilen Bedingungen aus verschiedenen Komponenten externer Hersteller angefertigt wurden. Die Verunreinigung der Charge bemerkte das hauseigene Institut für Mikrobiologie und Hygiene bei einer Routineuntersuchung. Wie es zur Verkeimung der Infusionen kam, ist noch unklar. Der Fehler könnte beim Hersteller oder bei der Klinikapotheke liegen. Laut Staatsanwaltschaft Mainz könnten nicht-sterile Schläuche Grund für die Verkeimung sein, berichtet der SWR auf seiner Homepage. Der entsprechende Reinraum der Klinikapotheke wurde geschlossen.
Laut Pressemitteilung der Uniklinik wurden alle in Frage kommenden Patienten entsprechend vorsorglich medizinisch behandelt. Die Nutzung der in Frage kommenden Herstellungssysteme und Lösungen wurde sofort gestoppt. Bis die Fehlerquelle gefunden ist, verwendet die Klinik Präparate anderer Hersteller, die in einem alternativen Verfahren hergestellt werden. «Die Suche nach der genauen Ursache innerhalb der gesamten Herstellungskette wird mit Hochdruck vorangetrieben», sagte Professor Dr. Norbert Pfeiffer, Medizinischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz.
Die Obduktionsergebnisse der verstorbenen Säuglinge liegen noch nicht vor. Daher steht noch nicht eindeutig fest, ob ein Darmbakterium den Tod der bereits vorher schwer kranken Babys verursacht hat. Mit endgültigen Ergebnissen sei erst in ein paar Tagen zu rechnen, berichtet der SWR. Im Rahmen der Ermittlungen würden auch die Mitarbeiter der Klinikapotheke befragt. (db)
23.08.2010 l PZ
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