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Bluttest sagt Beginn der Wechseljahre voraus

 

Ein einfacher Bluttest könnte Frauen in Zukunft ermöglichen, das Ende ihrer fruchtbaren Jahre im Voraus zu bestimmen. Damit könnte das Thema Familienplanung in vielen Fällen leichter werden. So stellte die iranische Wissenschaftlerin Fahimeh Ramezani Tehrani mit einem Forscherteam fest, dass die Konzentration des Anti-Müller-Hormons (AMH) im Blut bereits Jahre vorher Aufschluss darüber geben könne, wann genau die Menopause  einsetzen würde. Die Testergebnisse sollen heute auf dem 26. Kongress der «European Society of Human Reproduction and Embryology» (ESHRE) in Rom vorgestellt werden.

 

«Wir haben festgestellt, dass die AMH-Konzentration wesentlich mehr als das chronologische Alter den Beginn der Menopause bestimmt», erklärte Ramezani Tehrani. So sei es ihr gemeinsam mit ihrem Forscherteam im Laufe eines fortgesetzten, 1998 gestarteten Tests an 266 Frauen im Alter zwischen 20 und 49 Jahren gelungen, ein statistisches Modell zu entwickeln, um von einer Messung der AMH- Konzentration den Beginn der Wechseljahre zu schätzen. «Wir haben etwa schätzen können, dass eine Frau, die im Alter von 20 eine AMH-Konzentration von 2,8 ng/ml aufweist, zwischen 35 und 38 Jahren in die Menopause kommen müsste.» Die Differenz zwischen der Vorhersage und dem tatsächlichen Eintritt in die Menopause habe nur zwischen vier Monaten und maximal drei bis vier Jahren gelegen.

 

Ramezani Tehrani stellte außerdem Zusammenhänge zwischen AMH-Konzentrationen in einem bestimmten Alter und einem frühen oder späten Einsetzen der Menopause fest. So deute etwa bei 20-Jährigen eine AMH-Konzentration von 4,1 ng/ml auf eine frühe Menopause im Alter unter 45 hin, eine AMH-Konzentration von 4,5 ng/ml oder mehr hingegen auf einen späten Beginn der Menopause in einem Durchschnittsalter von 52.

 

28.06.2010 l dpa

Foto: Fotolia/Bouwman