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Sibutramin: Ruhen der Zulassung empfohlen

 

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt das Ruhen der Zulassungen Sibutramin-haltiger Arzneimittel. Infolgedessen wird das Arzneimittel Reductil® in Deutschland nicht mehr für die Behandlung eines ernährungsbedingten Übergewichtes zur Verfügung stehen. Die EMA folgte damit einem Gutachten des wissenschaftlichen Ausschusses für Humanarzneimittel der EMA. Dieser bewertete neue Ergebnisse einer großen Studie, in der Patienten mit Übergewicht und zusätzlichen Risikofaktoren für die Auslösung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren mit Sibutramin oder Placebo behandelt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass für übergewichtige Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren die Einnahme von Sibutramin mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden ist.

 

Gleichzeitig ergibt sich aus den Studienergebnissen, dass die erzielte Gewichtsabnahme verhältnismäßig gering ist und nicht dazu beiträgt, das mit einem Übergewicht verbundene Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Patienten, die gegenwärtig Sibutramin-haltige Arzneimittel einnehmen, wird empfohlen, den Rat ihres behandelnden Arztes einzuholen, auch dazu, welche Maßnahmen zur Verminderung des Körpergewichtes fortgeführt werden sollten. Aber auch ohne ärztliche Beratung können Patienten zu jeder Zeit die Einnahme Sibutramin-haltiger Arzneimittel beenden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt Ärzten, keine Verordnungen für Sibutramin-haltige Arzneimittel auszustellen, und Apothekern, diese nicht mehr an Patienten abzugeben. (ss)

 

22.01.2010 l PZ

Foto: Fotolia/Fleck