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Pharmaforschung: Roboter auf dem Vormarsch

 

Pharmazie- und Medizinlabore stehen vor einem massiven Wandel. Roboter und Automaten werden in den kommenden Jahren viele Tätigkeiten von Labor-Mitarbeitern übernehmen, sagte die Chefin des Rostocker Forschungsnetzwerks Celisca (Center for Life Science Automation), Kerstin Thurow. Die Automatisierung werde zunächst hauptsächlich bei der Entwicklung und Überprüfung von Arzneimitteln in der Großindustrie zu finden sein und dort stetig wiederkehrende und aufwendige Arbeiten übernehmen. Angesichts von hohen Anforderungen an die Qualität und Sicherheit von Arzneimitteln seien die dafür notwendigen Arbeiten kaum noch anders zu beherrschen.

 

Bei Forschungen mit kleinen Probenmengen und bei Spezialanalysen könne die manuelle Tätigkeit aber nicht ersetzt werden. Die dort nötige hohe Flexibilität könnten Automaten noch nicht erbringen, «allerdings wird daran gearbeitet». So würden im Bereich der mittelständischen Arzneimittelforschung in den kommenden Jahren hohe Wachstumsraten erwartet, die Automatisierung könne die Firmen unterstützen, sagte Thurow. Einen großen Bedarf sehe sie bei den Kliniken, wo künftig wichtige Analysen in großer Zahl auf «vollautomatischen Laborstraßen» laufen könnten. Dies werde auch von Vorteil für die Patienten sein, denn die Laborergebnisse würden wesentlich schneller und in höherer Qualität zur Verfügung stehen.

 

Nach Worten von Horst Klinkmann, Chef des Biotechnologie-Netzwerks BioCon Valley, wird mit Produkten in der Sparte Automatisierung die Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöht. Die Forschungen bei Celisca seien rasch in die Praxis umzusetzen und wirtschaftlich erfolgreich zu verwerten. Es müsse aber auch beachtet werden, dass Arbeitsplätze in den Laboren wegfallen. «In den nächsten Jahren wird es einen Einbruch bei den Facharbeitskräften geben, das ist unausweichlich», sagte Klinkmann. Wenn Deutschland im Bereich der Biotechnologie im internationalen Wettbewerb mithalten wolle, gehe das nur über «Topqualität und Hochleistung». Erst wenn die Automatisierung auf breiter Ebene verfügbar sei, würden auch mittelständische Pharma-Unternehmen wieder neue Medikamente entwickeln können.

 

15.09.2009 l dpa

Foto: Sanofi-Aventis