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Everolimus für Nierenkrebspatienten

 

Seit wenigen Tagen steht in den deutschen Apotheken Everolimus zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom zur Verfügung (Afinitor®, Novartis). Der peroral bioverfügbare mTOR-Inhibitor bietet eine Option, wenn der Krebs auf Tyrosinkinase-Hemmstoffe wie Sorafenib und Sunitinib nicht mehr anspricht. In der zulassungsrelevanten RECORD-1-Studie hatten viele Patienten auch Zytokine, Chemotherapie oder Bevacizumab in der Vortherapie bekommen. «Das Medikament kann den Patienten nicht heilen, aber es kann das progressionsfreie Überleben verlängern», sagte Professor Dr. Kurt Miller von der Charité Berlin vor Journalisten in Nürnberg. Ziel sei es, den Krankheitsprozess zu stabilisieren. Welche Patienten auf den mTOR-Inhibitor ansprechen werden, weiß man im voraus nicht, denn es gibt keinen prognostischen Marker dafür. Neben der heute üblichen sequentiellen Gabe verschiedener Medikamente werden in Studien auch Kombinationen, zum Beispiel von Bevacizumab und Everolimus, getestet. Zudem wird der Arzneistoff, der seit 2004 in der Transplantationsmedizin eingesetzt wird, bei mehreren onkologischen Indikationen erprobt. (bmg)

 

18.08.2009 l PZ

Foto: Fotolia/Servo (Symbolbild)