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Lungenkrebs: Zulassung für Gefitinib beantragt

 

Der orale Tyrosinkinase-Hemmer Gefitinib soll zukünftig in Europa bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) zum Einsatz kommen. Einen entsprechenden Zulassungsantrag hat Hersteller AstraZeneca bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA beantragt, teilte das Unternehmen mit.

 

Gefitinib hatte sich in der INTEREST-Studie mit 1466 Lungenkrebspatienten als ähnlich wirksam erwiesen wie die intravenöse Chemotherapie mit Docetaxel. Das Gesamtüberleben lag bei täglicher oraler Einnahme von 250 mg Gefitinib bei 7,6 Monaten, im Arm mit 75 mg/m2 Docetaxel intravenös alle drei Wochen bei 8 Monaten. Die Patienten litten unter einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden, rezidivierendem NSCLC und waren mit einer platinbasierten Chemotherapie vorbehandelt. Schwere Nebenwirkungen wie Neurotoxizität, Neutropenie und Haarausfall traten in der Docetaxel-Gruppe deutlich häufiger auf, während im Gefitinib-Arm häufiger Symptome wie Ausschlag und Durchfall auftraten.

 

In 36 Ländern, unter anderem in Japan und der Schweiz, ist Gefitinib bereits unter dem Handelsnamen IressaTM zur Zweitlinientherapie beim fortgeschrittenen rezidivierenden oder metastasierenden NSCLC zugelassen. Der Hersteller erwartet die Zulassung in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte 2009. (db)

 

29.05.2008 l PZ

Foto: Fotolia/Kaulitzki