Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Aids-Therapie: Wechselwirkungen bedenken

 

Menschen mit einer HIV-Infektion oder Aids sollten sich in der Apotheke über mögliche Wechselwirkungen ihrer Medikamente informieren. Etwa die Hälfte aller HIV-Positiven nimmt neben den verordneten Arzneimitteln auch rezeptfreie Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Da diese die Wirksamkeit der HIV-Medikamente beeinflussen können, ist es wichtig, Details der Wechselwirkungen zu kennen. «Rezeptfrei heißt nicht harmlos. Auch einige Medikamente der Selbstmedikation können die Wirkung der HIV-Medikamente abschwächen und sollten deshalb nicht eingenommen werden», sagt Armin Schafberger, Medizinreferent der Deutschen Aids-Hilfe. Die Mechanismen der Wechselwirkungen sind komplex. Unter anderem können rezeptfreie Arzneimittel mit Sonnenhut, Knoblauch oder Johanniskraut zu einem Wirkungsverlust des HIV-Medikaments führen. Zudem können die Medikamente gegen die HIV-Infektion die Wirkung anderer Arzneimittel stören, zum Beispiel die der Antibabypille. «Nur wenn der Apotheker von allen eingenommenen Arznei- oder Nahrungsergänzungsmitteln weiß, kann er mögliche Wechselwirkungen erkennen und individuelle Lösungen finden. Idealerweise nutzen Menschen mit einer HIV-Infektion oder AIDS deshalb den kostenlosen Service einer wohnortnahen Hausapotheke», sagt Magdalene Linz, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Abgetrennte Beratungszimmer ermöglichen eine diskrete Beratung. Linz: «Werbeversprechen sind nicht immer realistisch, das gilt besonders für Nahrungsergänzungsmittel, die im Internet beworben werden. Deshalb sollten sich Patienten in der Apotheke informieren.»

 

28.11.2007 l ABDA