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Medikamentenmissbrauch

2 Prozent der Arbeitnehmer dopen ihre Leistung

Viele holen sich einen Kaffee, wenn sie im Büro durchhängen. Als Aufputschmittel dienen manchen aber auch Arzneimittel, die dafür jedoch überhaupt nicht vorgesehen sind, zeigt eine Studie im Auftrag der DAK.
PZ/dpa
20.02.2020
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Knapp 2 Prozent der Beschäftigten in Deutschland nehmen laut einer neuen Studie der DAK-Gesundheit leistungssteigernde Medikamente oder andere stimmungsaufhellende Mittel ohne medizinische Notwendigkeit. Solches vermeintliches »Hirndoping« sei damit weiter auf einem Niveau wie 2014, ergab eine Folgeanalyse der Krankenkasse.

Für die Studie wurden Daten einer Umfrage ausgewertet, bei der von Dezember 2018 bis Januar 2019 mehr als 5.500 abhängig Beschäftigte von 18 bis 65 Jahren befragt wurden. Derartiger Medikamentenmissbrauch sei »kein Massenphänomen«, sagte DAK-Chef Andreas Storm. Arbeitsanforderungen dürften Beschäftigte aber nicht dazu verleiten, mit Hilfe von Medikamenten bessere Ergebnisse erzielen zu wollen.

Laut der Auswertung haben 1,8 Prozent der Arbeitnehmer nach eigenem Bekunden in den vergangenen zwölf Monaten regelmäßig (zweimal im Monat und häufiger) derartige Präparate verwendet. Die Nutzung ist demnach umso verbreiteter, je älter die befragten Arbeitnehmer sind. Den höchsten Anteil gab es bei 60- bis 65-Jährigen mit 4,4 Prozent, die solche Medikamente in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal verwendeten. Bei den 18- bis 29-Jährigen gaben dies in der Umfrage 2,5 Prozent an.

Es geht um verschreibungspflichtige Arzneimittel, mit denen eigentlich zum Beispiel Depressionen oder Verhaltensstörungen wie ADHS behandelt werden. Das grundsätzliche Wissen um solche Möglichkeiten zum »Hirndoping« nimmt laut der Analyse zu. War dies 2008 knapp 45 Prozent der Befragten bekannt, sind es nun 71,5 Prozent. Die Frage dazu lautete: »Manche Medikamente können auch von Gesunden eingenommen werden, um konzentrierter und aufmerksamer zu sein. Wiederum andere sollen auch bei Gesunden die Stimmung aufhellen oder Nervosität und Ängste mindern. Ist Ihnen dies bekannt oder nicht bekannt?« Als Motiv zur Einnahme wurde am häufigsten genannt, Ziele besser zu erreichen oder dass die Arbeit damit vermeintlich leichter von der Hand gehe.

Wie der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags in einer Analyse erläuterte, wird vor Risiken gewarnt, solche Wirkstoffe  zu diesen Zwecken zu verwenden. Es mangele bisher aber an Studien, die Langzeitfolgen und Nebenwirkungen an Gesunden genauer analysieren – und nicht nur an Kranken, für die die Medikamente zugelassen sind. Daneben gebe es andere »Aufputschmittel« wie Kaffee, schwarzer Tee, Koffein-Tabletten oder Energy Drinks sowie gesunde Möglichkeiten, die Leistungsfähigkeit zu fördern: mit Sport, ausreichend Schlaf, Meditation oder Yoga.

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