| Christina Hohmann-Jeddi |
| 04.05.2026 16:35 Uhr |
1926 wurde in Thüringen das Apothekenkammergesetz beschlossen und damit die Gründung der Apothekerkammer – daran erinnerte Kammerpräsident Ronald Schreiber am 30. April in Erfurt. / © Jacob Schröter
»Wir haben uns zu diesem Jubiläum für eine echte Geburtstagsfeier entschieden«, betonte der Präsident der Landesapothekerkammer Thüringen (LAKT), Ronald Schreiber, zur Eröffnung der Jubiläumsfeier im Thüringer Apothekerhaus in Erfurt am 30. April. Das Apothekerkammergesetz aus dem Jahr 1926 legte den Grundstein für die berufliche Selbstverwaltung der Apothekerinnen und Apotheker in Thüringen. »Das sind 100 Jahre Verantwortung und Engagement«, sagte Schreiber, der eine Reihe von Vertreterinnen und Vertretern der Landespolitik, des Berufsstands, der Wissenschaft und Medien auf der Veranstaltung begrüßen konnte.
Man feiere aber nicht nur das Gesetz, sondern auch die Idee, dass ein Berufsstand seine Angelegenheiten selbst regeln kann und muss. »Die Kammer setzte sich früh für bessere Ausbildung und höhere Qualitätsstandards ein«, berichtete Schreiber. Die Geschichte der LAKT sei aber nicht gradlinig verlaufen.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann die systematische Zerschlagung der regionalen Selbstverwaltungen. 1937 wurde die Thüringer Apothekerkammer aufgelöst. Und auch in der Deutschen Demokratischen Republik sei eine unabhängige Kammer unerwünscht gewesen. Die Lehre aus der Geschichte sei: »Wo Zentralisierung und politische Bevormundung herrschen, gibt es weder einen freien Heilberuf noch eine freie berufliche Selbstverwaltung«, sagte der LAKT-Präsident.
Erst 1990 nach der Wiedervereinigung Deutschlands konnte die Apothekerkammer neu gegründet werden. Sie vertritt heute rund 2000 Apothekerinnen und Apotheker. Die Kammer sei kein Verwaltungsapparat, sondern das organisatorische Rückgrat einer »starken Pharmazie in Thüringen«. Schreiber dankte den vielen Kolleginnen und Kollegen, die sich in der Kammer, in den Ausschüssen und etwa als Referenten in Fortbildungen engagierten, für ihre Mitarbeit »in nicht einfachen Zeiten«.