| Sven Siebenand |
| 22.09.2026 09:00 Uhr |
Eierstockkrebs ist die fünfthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen. / © Getty Images/Kateryna Kon/Science Photo Library
Relacorilant (Lifyorli® Weichkapseln, Corcept Therapeutics Netherlands) soll in Kombination mit Nab-Paclitaxel zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen mit platinresistentem hochgradigem epithelialem Ovarial-, Tuben- oder primärem Peritonealkarzinom zum Einsatz kommen. Voraussetzung ist, dass die Patientinnen zuvor eine bis drei systemische Behandlungslinien erhalten haben.
Relacorilant ist ein selektiver, reversibler Glucocorticoidrezeptor (GR)-Antagonist. Die Aktivierung des GR-Signalwegs erhöht die Expression von antiapoptotischen Proteinen. Relacorilant soll durch seinen Wirkmechanismus die Empfindlichkeit gegenüber einer Chemotherapie verstärken.
Studienergebnisse zeigen, dass die Kombination aus Relacorilant und Nab-Paclitaxel in der genannten Indikation Vorteile beim progressionsfreien Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zu Nab-Paclitaxel allein bot.
Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen von Relacorilant sind Anämie, Übelkeit, Durchfall, Neutropenie, Verstopfung, Asthenie, Bauchschmerzen, Müdigkeit und verminderter Appetit.
Auch Senaparib (Sepalna® Hartkapseln, SFL Pharmaceuticals Deutschland) soll beim Ovarialkarzinom eingesetzt werden. Die EMA plädiert dafür, den Wirkstoff als Monotherapie zur Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patientinnen mit fortgeschrittenem hochgradigem epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom, die nach Abschluss einer platinbasierten Erstlinien-Chemotherapie ein vollständiges oder partielles Ansprechen zeigen, zuzulassen.
Das Wirkprinzip von Senaparib ist nicht neu. Die Substanz gehört zu den PARP-Hemmern. Senaparib inhibiert die PARP-Enzyme 1 und 2; das Kürzel steht für Poly-(ADP-Ribose-)Polymerase. Diese Enzyme tragen zur DNA-Reparatur von Zellen bei. Die Enzymhemmung führt letztlich zu DNA-Schäden, Apoptose und Zelltod.
Der Nutzen von Senaparib in der genannten vorgesehenen Indikation besteht in einer Verbesserung des PFS im Vergleich zu Placebo.
Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen von Senaparib sind Anämie, Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Übelkeit, erhöhte Transaminasen, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Durchfall, verminderter Appetit, Lymphopenie, Infektionen der oberen Atemwege, Hämaturie, erhöhte γ-Glutamyltransferase, Hyperbilirubinämie, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen.