| Daniela Hüttemann |
| 08.01.2026 10:30 Uhr |
Wer mithilfe von Medikamenten abnimmt, muss mit einem Jo-Jo-Effekt rechnen. / © Getty Images/Iuliia Bondar
Es sind keine guten Nachrichten, die jetzt im »British Medical Journal« zu lesen sind: Ein systematisches Review mit Metaanalyse hat sich die Nachbeobachtungsdaten von 37 Studien mit insgesamt 9341 Patientinnen und Patienten angeschaut. Sie waren zwischen elf und 176 Wochen mit einem Abnehmmittel behandelt worden, darunter die Inkretinmimetika Semaglutid, Tirzepatid und Liraglutid, aber auch andere Arzneistoffe wie Fenfluramin, Lorcaserin oder Orlistat. Im Schnitt betrug die Behandlungsdauer 39 Wochen. Die Nachbeobachtungszeit nach Absetzen der Medikamente lag im Schnitt bei 32 Wochen (vier bis 104 Wochen).
Die Forschenden um Dr. Sam West von der Universität Oxford berechneten, dass die Patienten nach Absetzen ihres Medikaments durchschnittlich 0,4 Kilogramm pro Woche wieder zunahmen. Dabei verlief die Gewichtszunahme fast viermal schneller als bei Vergleichsgruppen, die ein verhaltensbasiertes Gewichtsmanagementprogramm durchlaufen hatten (hier waren es durchschnittlich 0,3 Kilogramm pro Woche Gewichtszunahme). Die Wahrscheinlichkeit war hoch, nach durchschnittlich 1,7 Jahren wieder beim Ausgangsgewicht angekommen zu sein. Und nach 1,4 Jahren waren alle kardiometabolischen Marker für Herzerkrankungen und Diabetes zurück auf den Ausgangswert gegangen.
Das Autorenteam schränkt ein, dass nur acht der 37 eingeschlossenen Studien mit neueren GLP-1-Rezeptoragonisten durchgeführt worden waren und hier die Nachbeobachtungszeit bislang nur zwölf Monate betrug. Und nur wenige Studien hatten ein geringes Bias-Risiko. Pluspunkt der Metaanalyse: Die Wissenschaftler nutzten drei verschiedene Auswertungsmethoden und kamen jeweils zum gleichen Ergebnis.
Das Fazit der Forschenden ist eindeutig, wenn auch verhalten formuliert: »Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass diese Medikamente trotz ihres Erfolgs bei der anfänglichen Gewichtsabnahme allein möglicherweise nicht ausreichen, um das Gewicht langfristig zu kontrollieren.« Sie warnen vor einer kurzfristigen Einnahme von Medikamenten zur Gewichtsreduktion, unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Forschung zu kosteneffizienten Strategien für eine langfristige Gewichtskontrolle und bekräftigen die Bedeutung der Primärprävention. Nachhaltige Veränderungen im Ess- und Bewegungsverhalten bleiben die wichtigsten Maßnahmen, um abzunehmen und die erzielte Gewichtsreduktion auch zu halten.