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Transformationsgipfel
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Worin der »Wirkstoff Apotheke« liegt

Wie können sich Apotheken vom Arzneimittelversorger zum Präventions- und Gesundheitsdienstleister entwickeln? Neue Chancen eröffnet die Apothekenreform. Wie Apotheken diese nutzen können und sollten, beleuchtet der Transformationsgipfel in Frankfurt.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 08.10.2026  10:25 Uhr

Und was steckt in den Genen?

Der Wiener Ethiker Andreas Klein beleuchtete Chancen und Risiken von KI in Prävention und Versorgung. KI könne Krankheiten früher erkennen, große Datenmengen analysieren und die Qualität steigern. Zugleich warnte er vor Intransparenz, Manipulationsrisiken und emotionaler Bindung an KI-Systeme. Entscheidend sei ein verantwortungsvoller Einsatz, um das Vertrauen der Patienten zu stärken. Einen Vertrauensmehrwert erkennt Klein, wenn die Apotheke darlegt, wie verantwortungsvoll sie mit KI umgeht.

Wie genetische Analysen personalisierte Prävention ermöglichen können, skizzierte der Molekularbiologe Daniel Wallerstorfer. Gene beeinflussten unter anderem Ernährung, Gewichtsmanagement und die Wirkung von Medikamenten. Wissen über die individuelle genetische Ausstattung könne helfen, Gesundheitsmaßnahmen gezielter auf den einzelnen Menschen abzustimmen.

Dieter Steinhilber, Frankfurter Professor für pharmazeutische Chemie, referierte über »Silent Inflammation« und beschrieb Entzündungsprozesse, die chronische Erkrankungen fördern können, sowie die Mechanismen dahinter.

Sind Sie eher Otto oder Quelle?

Change-Management-Experte Ilja Grzeskowitz postulierte: »Menschen wollen sich verändern – nur nicht verändert werden.« Veränderungsresistenz beziehe sich selten auf »die anderen«, sondern auf sich selbst. »Wir müssen die Dinge vorleben, die wir von anderen erwarten.«

Externe Faktoren wie Klima und Politik könne der Einzelne nicht kontrollieren. Es gelte also, sich auf Dinge zu fokussieren, die kontrollier- und beeinflussbar seien. Für eine Change-Kompetenz brauche es einen guten Chancenblick, ein mutiges Team und Werkzeuge, um die Zukunft aktiv zu gestalten. Tipp des Veränderungsexperten: sich bei wichtigen Richtungsentscheidungen fragen, ob man lieber Quelle oder Otto sein wolle. Beide waren früher analoge Kataloggrößen. Während Otto längst Europas Marktführer im E-Commerce ist, verpasste Quelle einst den Online-Zug und ging pleite.

Wie sich Pläne und Vorsätze erfolgreich umsetzen lassen, zeigte die Berliner Apothekerin Anike Oleski am zweiten Tag des Gipfels anhand ihres Wegs zum eigenen Präventionszentrum. Ihr Motto: »Machen ist wie Wollen, nur krasser.« Erfolg basiere für sie auf Neugier, Mut, Eigenverantwortung und einem starken Team, dessen Stärken gezielt gefördert werden. Familie, persönliche Erfahrungen und die Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen, hätten sie dabei geprägt.

Theo Dingermann, Senior Editor der Pharmazeutischen Zeitung (PZ), warb für eine datenbasierte Prävention in der Apotheke. Daten seien entscheidend, um den Nutzen von Interventionen zu bewerten. Prävention müsse individueller werden, forderte Dingermann. Bis zu 80 Prozent vieler Erkrankungen hätten eine Lebensstilkomponente und »man kann da verdammt viel machen«. Die Apotheke könne dabei als niedrigschwellige Anlaufstelle Gesundheitsdaten erfassen, einordnen und Menschen in der Phase der Primärprävention begleiten.

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