| Sven Siebenand |
| 21.01.2026 14:30 Uhr |
Apotheken bezeichnete Schmidt-Ott als zentrale Sicherheitsinstanz für CKD-Patienten. Apothekenteams sollten unbedingt von der Einnahme nephrotoxischer Arzneistoffe, insbesondere NSAR, abraten und sichere Alternativen vorschlagen. »Besonders kritisch sind NSAR ab dem CKD-Stadium 4 zu betrachten«, betonte der Referent. Grundsätzlich sei bei Schmerzen und Fieber zum Beispiel Paracetamol die bessere Option. Auch von ASS > 150 mg, Kaliumpräparaten und hoch dosierten Mineralstoffen riet der Mediziner ab.
Auch die Sick-Day-Regeln für CKD-Patienten lohnt es sich für Apothekenteams zu kennen. So sollten SGLT2-Hemmer dem Referenten zufolge bei Durchfall und Erbrechen pausiert und auf die Trinkmenge geachtet werden. Bei Dehydratation durch Sport oder Hitze sei auf die erhöhte Gefahr eines akuten Nierenversagens unter RAS-Blockade und SGLT2-Inhibition hinzuweisen.
Da die Nierenfunktion die Dosierung und Sicherheit vieler Arzneistoffe beeinflusst, ist zu beachten, dass renal eliminierte Wirkstoffe bei fallender glomerulärer Filtrationsrate (GFR) abzusetzen sind oder in ihrer Dosierung angepasst werden müssen. Als Beispiel nannte Schmidt-Ott Metformin, das bei einer GFR unter 30 nicht mehr zum Einsatz kommen darf. Ein anderes Beispiel: Der Insulinbedarf sinkt mit fallender Nierenfunktion.
Last, but not least, können sich Apotheken auch im Screening stark machen und Risikopatienten wie Hypertonikern, Diabetikern oder Menschen mit einem kardiovaskulären Ereignis in der Vorgeschichte eine Messung der Nierenfunktion empfehlen. Die Komorbidität CKD ist, wie gesagt, oft noch unentdeckt.