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Wie Sonnenschutz nicht der Umwelt schadet

Damit Sonnencreme schützt, sind UV-Filter enthalten. Unter ihnen gibt es Kandidaten, die im Verdacht stehen, die Umwelt zu belasten. Orientierung für den Kauf – und Tipps für den Tag am See.
AutorKontaktdpa
Datum 07.05.2026  14:00 Uhr

Sonnencreme schützt unsere Haut, kann aber die Umwelt belasten. »Beim Baden im See oder Meer können Stoffe aus der Sonnencreme direkt in die Umwelt gelangen«, so Luise Körner, Teamleiterin Chemikalienpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Das kann Folgen haben, etwa weil Sonnencremes häufig Mikroplastik oder flüssige Kunststoffe enthalten. »Diese bauen sich in der Umwelt nur sehr schwer ab und reichern sich in Gewässern, Böden und Organismen an.«

Auch die UV-Filter können problematisch sein. 32 solcher Filter sind für Sonnenschutzmittel in der EU zugelassen, heißt es vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Grundsätzlich gibt es zwei Arten von UV-Filtern: chemische und mineralische. »Chemische UV-Filter dringen in die Haut ein und wandeln UV-Strahlung in Wärme um, während mineralische Filter auf der Hautoberfläche bleiben und das Licht reflektieren«, so Luise Körner. »Einige chemische UV-Filter stehen im Verdacht, Korallen und anderen Wasserorganismen zu schaden«, so die Expertin. Sie könnten hormonell wirken.

Mineralische Filter gelten als umweltfreundlicher

Mineralische UV-Filter gelten Körner zufolge als umweltfreundlichere Alternative. Beispiele sind Titandioxid und Zinkoxid. Doch die Datenlage ist noch unvollständig, wie die Stiftung Warentest einordnet. Oft reichten bisher vorhandene Daten nicht aus, um wissenschaftlich fundierte Aussagen über die Umwelteigenschaften einzelner UV-Filter zu treffen.

Wer möchte, kann sich gezielt nach Sonnencremes mit mineralischen UV-Filtern umschauen. Sie bringen allerdings einen Nachteil mit sich: Beim Eincremen bleibt eine weißliche Schicht auf der Haut zurück. Um das zu verhindern, setzen einige Hersteller auf mineralische UV-Filter in Nano-Größe. Wie sich diese besonders winzigen Partikel auf die Umwelt auswirken, ist Luise Körner zufolge nicht abschließend geklärt. Sie rät daher, darauf zu achten, dass in der Liste der Inhaltsstoffe nicht die Vorsilbe »nano« auftaucht. 

Wer beim Kauf wissen will, ob sich hormonelle Schadstoffe oder Nano-Stoffe in einer Sonnencreme verbergen, kann den Barcode mit der »ToxFox«-App des BUND scannen. Die App spuckt zum Beispiel eine Warnung aus, wenn eine Sonnencreme den chemischen UV-Filter DHHB (Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexyl-Benzoat) enthält. Cremes mit diesem UV-Filter können mit dem hormonell wirksamen Weichmacher DnHexP verunreinigt sein.

Einige Sonnencremes werben damit »korallenfreundlich« oder »reef friendly« zu sein – eine Bezeichnung, die allerdings rechtlich nicht geschützt ist. »Meist bedeutet diese Angabe, dass auf bestimmte chemische UV-Filter wie Oxybenzon oder Octinoxat (Ethylhexyl-Methoxycinnamat) verzichtet wurde. Diese UV-Filter sind als hormonelle Schadstoffe bekannt«, sagt Luise Körner. Sie rät, auch hier die Inhaltsstoffe kritisch zu checken, »denn sowohl andere hormonelle Schadstoffe als auch Mikroplastik oder flüssige Kunststoffe können in so einer Sonnencreme trotzdem enthalten sein.«

Richtiges Verhalten minimiert Umwelteintrag

Egal, mit welcher Sonnencreme man sich eingeschmiert hat: Am besten achtet man darauf, dass möglichst wenig davon in die Umwelt, also ins Badegewässer oder auf den Boden, gelangt. So ist es eine schlechte Idee, direkt nach dem Eincremen ins Wasser zu springen – besser einziehen lassen.

»Cremes und Sticks sind die bessere Wahl, denn bei Produkten zum Aufsprühen gelangt bereits beim Auftragen ein Teil des Produktes in die Umwelt«, sagt Luise Körner. Eine weitere Strategie ist, sich mit Kleidung vor der Sonne zu schützen und gerade in der Mittagszeit die Sonne zu meiden – das spart Sonnencreme. Ebenfalls sinnvoll: sich nicht an der Badestelle abduschen, sondern zu Hause.

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