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Stiftung Auge
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Wie sinnvoll sind Online-Sehtests?

Inzwischen kann man das eigene Sehvermögen schnell und unkompliziert zu Hause mittels eines Online-Tests überprüfen. Über die Chancen und Grenzen dieser Sehtests und darüber, wann eine augenärztliche Abklärung wichtig ist, informiert die Stiftung Auge.
AutorKontaktPZ
Datum 28.05.2026  14:00 Uhr

Online-Sehtests werden heute von verschiedenen Anbietern als Smartphone-App oder Browser-Anwendung bereitgestellt. Nutzerinnen und Nutzer prüfen dabei ihre Sehschärfe, indem sie Zahlen, Buchstaben oder Symbole auf dem Bildschirm erkennen müssen. Teilweise werden die Ergebnisse automatisch ausgewertet oder mit früheren Messungen verglichen.

»Derartige Angebote können Menschen eine erste Orientierung geben und sie für Veränderungen ihres Sehens sensibilisieren«, erklärt Privatdozent Dr. Jan Terheyden, Augenarzt an der Universitäts-Augenklinik Bonn, in einer Mitteilung der Stiftung Auge. Allerdings seien die Ergebnisse stark von Faktoren wie der Bildschirmhelligkeit, Raumbeleuchtung oder dem richtigen Abstand zum Gerät abhängig, betont der Experte. Hierzu gibt es klare Vorgaben, die seitens der Anbieter kommuniziert und von den Nutzenden eingehalten werden müssen.

Gute Sehschärfe schließt Krankheiten nicht aus

Wer zu Hause einen Sehtest machen möchte, sollte sich auch über die richtige Einordnung der Testergebnisse informieren: »Ein gutes Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass die Augen gänzlich gesund sind«, so Terheyden. Viele Augenerkrankungen können über lange Zeit bestehen, obwohl die Sehschärfe noch normal erscheint.

Auch Professor Dr. Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn und Vorsitzender der Stiftung Auge, warnt vor falscher Sicherheit: »Online-Sehtests ersetzen keine augenärztliche Untersuchung.« Erkrankungen wie die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), diabetische Netzhautschäden oder ein Glaukom (Grüner Star) ließen sich so nicht zuverlässig ausschließen.

Unterstützung für die Früherkennung

Gleichzeitig sehen die Experten in digitalen Angeboten Potenzial: »Gut entwickelte und wissenschaftlich geprüfte Tests können Menschen dafür sensibilisieren, Sehverschlechterungen ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen«, so Terheyden. Voraussetzung sei jedoch, dass die Anwendungen verständlich aufgebaut seien und Nutzerinnen und Nutzer die Ergebnisse richtig einordnen könnten.

Hier brauche es künftig mehr wissenschaftliche Untersuchungen und einheitliche Qualitätsstandards. Wer unsicher ist, welcher Test vertrauenswürdig oder im individuellen Fall sinnvoll ist, sollte sich von einer Augenärztin oder einem Augenarzt beraten lassen.

Plötzliche Sehverschlechterungen immer ernst nehmen

Besonders wichtig ist es, akute Veränderungen des Sehens ernst zu nehmen. »Wenn sich das Sehvermögen plötzlich oder stark verschlechtert, sollte immer ärztliche Hilfe gesucht werden«, rät Terheyden. In seltenen Fällen könnten solche Beschwerden auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Die Stiftung Auge empfiehlt daher, digitale Sehtests allenfalls als ergänzende Orientierung zu nutzen – nicht jedoch als Ersatz für regelmäßige augenärztliche Kontrollen.

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