Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Zukunft der Offizin
-
Wie können Apotheken von Big Data-Analysen profitieren?

Der Mikrokosmos um eine Vor-Ort-Apotheke herum ist in einer vernetzten On- und Offline-Welt Geschichte. Die Dimensionen sind größer geworden und Big Data-Analysen spielen eine immer entscheidendere Rolle. Wenn ein Apothekenbetrieb einige seiner Daten freigibt, kann er wirtschaftlich profitieren.
AutorJennifer Evans
Datum 27.09.2021  18:00 Uhr

Kunden kennen nur wenige Preise

Aber für wie viele Produkte spielen Preisanpassungen in der Praxis tatsächlich eine Rolle? Fest steht, dass nur für wenige ein echtes Preisbewusstsein bei den Kunden besteht, wie Pharmatechnik berichtet. »Für die Apotheke ist entscheidend, zunächst eine auf die eigene Apotheke passende Preis- und Sortimentsstrategie zu definieren«, hebt der Anbieter hervor. Auch Pharmatechnik bietet Software-Lösungen sowie Beratungen für unterschiedliche Apothekentypen an. Auf Grundlage von Big Data- und Panel-Analysen sowie ergänzenden Marktzahlen liefern diese zugeschnittene Erkenntnisse, um die Gespräche der Apotheke mit Kunden oder Herstellern zu unterstützen, etwa wenn es um Themen wie Lieferfähigkeit oder die Sortimentspolitik geht. Für den täglichen laufenden Betrieb aktualisiert demnach IXOS automatisch alle Produktpreise – auch bei Einkaufspreis- oder Sortimentsänderungen.

Der Ertragsgewinn lässt sich laut Pharmatechnik nicht pauschal in einer einfachen Eurozahl ausdrücken. Es komme dabei auf die Größenordnung der Apotheke und den Ausgangszustand vor dem Einsatz solcher Lösungen an, heißt es. Doch klar ist: »Ein großer Hebel ist die signifikante Verbesserung der Sofort-Verfügbarkeit von Rx-Arzneimitteln auf bis zu 95 Prozent.«

Den perfekten Standort finden

Die Vorteile von Big Data liegen auch für das Marktanalyse- und Beratungsunternehmen IQVIA auf der Hand: »Die systematische Analyse von großen Datenmengen hilft dem Apothekenbetrieb dabei, das eigene Bauchgefühl beziehungsweise die Verkaufsgespräche von Herstellern mit fundierten Zahlen, Daten und Fakten zu verifizieren«, heißt es auch dort auf Anfrage der PZ. Auch beim Finden eines geeigneten Standorts für eine Offizin können die Big Data-Zahlen wertvolle Hinweise liefern, wenn es etwa um das Fachärzte-Angebot, die Kaufkraft oder ein verändertes Konsumverhalten in einer Region geht – auch in Hinblick auf einen Webshop.

Darüber hinaus lassen sich laut IQVIA personalisierte Kaufvorschläge aus sogenannten Rx-Cross-Selling oder einem Abgleich mit einem Käuferprofil ermitteln, sprich: Andere, die das Präparat X kauften, griffen auch zu Produkt Y. Wie bereits Pharmatechnik, weist auch IQVIA darauf hin, dass Kunden in der Regel nur die Preise der Topseller oder besonders starker Marken kennen und auch nur diese wirklich vergleichen können.

Mehr von Avoxa