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Schlafstörungen
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Wie gut sind die Alternativen zu Benzos und Z-Substanzen?

Benzodiazepine und Z-Substanzen helfen gut bei Schlafstörungen, doch ist das Abhängigkeitspotenzial groß. Was ist bei der Anwendung zu beachten und wie sieht es mit den Alternativen aus?
AutorKontaktElke Wolf
Datum 12.03.2024  11:00 Uhr
H1-Antihistaminika: Mäßiger Effekt, schnelle Toleranzentwicklung

H1-Antihistaminika: Mäßiger Effekt, schnelle Toleranzentwicklung

Zurückhaltend äußerte sich Schmidtko auch bezüglich der Effektivität der sedierenden H1-Antihistaminika Diphenhydramin, Doxylamin und Hydroxyzin. »Es gibt keine hochwertigen randomisierten kontrollierten Studien, die die Wirksamkeit bezüglich Insomnie belegen. Antihistaminika haben einen allenfalls mäßigen Effekt nach deutlich verzögertem Wirkeintritt und die Patienten können obendrein rasch – und zwar rascher als Benzodiazepine und Z/Substanzen – eine Toleranz entwickeln.«

Aufgrund der erwiesenen Verdopplung der Sturz- und Frakturrate bei Über-65-Jährigen plädierte der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht, dessen Mitglied Schmidtko ist, vor vier Jahren dafür, Doxylamin und Diphenhydramin bei älteren Menschen der Verschreibungspflicht zu unterstellen. Der Apotheker bedauerte, dass dem nicht gefolgt wurde. Ein Argument dagegen wäre die in der Praxis nur schwer umsetzbare Kontrolle der Altersgrenze von 65 Jahren gewesen. Ebenfalls kein alternatives medikamentöses Hilfsmittel ist Melatonin: Aufgrund geringerer Wirksamkeit wird es von der S3-Leitlinie nicht generell zur Behandlung von Insomnien empfohlen. 

Unter dem Strich bleibe die Erkenntnis, dass es »keine gute Alternative zu Benzodiazepinen oder Z-Substanzen gibt«. Es bleibe also nur ein schrittweises Absetzen und eine kognitive Verhaltenstherapie als Behandlungsoption, um die Patienten aus der Sucht herauszuführen.

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