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Corona, Polio & Co.
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Wie Forscher Krankheiten im Abwasser ablesen

Mehr Abwasserüberwachung soll ab Oktober helfen, der befürchteten Corona-Welle zu begegnen. Berliner Forscher sind gedanklich schon weiter.
AutorKontaktdpa
Datum 08.08.2022  12:00 Uhr

Die Erreger-Vielfalt in der Umwelt verstehen

Eine einzelne Probe bei Wyler im Labor indes erlaubt keine schnelle Auskunft über die Lage, wie der Forscher sagt. Es brauche den Kontext der Messreihe, um Trends zu erkennen. Für Wyler und seine Kollegen in der Grundlagenforschung steht die eigentliche Arbeit ohnehin noch bevor: Daten am Computer auswerten.

Schlussendlich gehe es bei ihrer Forschung darum, die Vielfalt der Viren und Bakterien in der gesamten Natur zu verstehen und möglichst frühzeitig zu erkennen, ob etwas für Menschen gefährlich werden könnte. Langfristig werde angestrebt, in großen Datenmengen mögliche Muster zu erkennen, die es erlauben, zum Beispiel Vorhersagen zum Verlauf von Krankheitswellen zu verbessern, sagt Landthaler.

Die Ideen reichen über Corona hinaus: Bekommen wir irgendwann tägliche Berichte, wie es um die Verbreitung von Grippe, Atemwegserkrankungen wie RSV und Magen-Darm-Infekten steht? Auch antibiotikaresistente Keime sind ein Thema. Ebenso weitere Umweltquellen, deren Untersuchung weitere Erkenntnisse liefern könnten, wie Stechmücken.

In Deutschland ist erst einmal noch unklar, was genau der Herbst in Sachen Abwassermonitoring bringt. Auf Anfrage teilt das Bundesgesundheitsministerium mit, die Ausgestaltung des Systems sei noch in der Entwicklung. Eine gemeinsame IT-Datenstruktur soll demnach bis September fertig sein. Wie viele weitere Standorte und welche in den nächsten Wochen tatsächlich angeschlossen werden? Noch offen.

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