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Patientenfälle
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Wie die orale Krebstherapie sicherer wird

Seit 2023 wird in der Safety-First-Studie untersucht, wie sich die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) für Krebspatienten unter oraler Antitumortherapie verbessern lässt. Die Ergebnisse sollen bald vorliegen. Vorab wurden drei Patientenfälle beim NZW-Kongress in Hamburg vorgestellt.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 05.02.2026  16:20 Uhr

Was tun, wenn die Datenbanken keine Antwort geben?

Im dritten Patientenfall adressierte die Referenten Wissenslücken in den Fachinformationen und Datenbanken. Es ging um einen 70-jährigen Patienten mit metastasierendem Prostatakarzinom. Er erhielt palliativ Darolutamid (Nubeqa®), Leuprorelin und Docetaxel gegen den Krebs, hinzu kam eine Polymedikation, zu der auch Rosuvastatin gehörte.

Rosuvastatin kann mit Darolutamid interagieren. Das Krebsmedikament kann die Rosuvastatin-Spiegel signifikant erhöhen. Die Interaktion wird als schwer eingestuft. Was ist die Alternative, wenn auf ein Statin nicht verzichtet werden kann? »Es gibt keine AUC-Werte anderer Statine bei gleichzeitiger Gabe von Darolutamid«, so Schwanfelder. Datenbanken wie MediQ gäben nur Anhaltspunkte zum Mechanismus, aber keine konkreten Empfehlungen.

»Die Apothekerin der Apotheke vor Ort, der Hausarzt, der Onkologe, der Kardiologe und die Studienzentrale suchten hier gemeinsam nach einer guten Lösung«, verriet Schwanfelder. Letztlich einigte man sich auf einen Wechsel zu Atorvastatin, allerdings in geringerer Dosierung als die Äquivalenzdosis.

»Die Fälle zeigen, wie ein strukturiertes Sicherheitsnetz für Krebspatienten funktionieren kann«, schloss die Referentin. »Interventionen können aufwendig sein, lohnen sich aber. Der Schlüssel ist eine gute Kommunikation – und bleiben Sie durch Fortbildung auf dem aktuellen Stand.«

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