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Mobile Krankheitserreger
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Wer sticht denn hier – und nicht dort?

Hierzulande waren bislang Mücken und ihre Hinterlassenschaften auf der Haut vor allem lästig. Nun könnten sie durch sich ausbreitende tropische Arten auch gesundheitsgefährdend werden. Wie hoch ist das Infektionsrisiko derzeit und wie sieht die richtige Soforthilfe bei Mückenstichen aus?
AutorKontaktElke Wolf
Datum 19.07.2024  10:30 Uhr

Soforthilfe gegen Stiche

Nach Mückenstichen kommt es zu unterschiedlichen Reaktionen, die von einem kaum bemerkten Einstich bis zu schmerzhaften Quaddeln reichen können. Das liegt daran, dass die Mücke bei jeder Blutmahlzeit wiederholt Speichel in die Haut abgibt. Dieser unterscheidet sich von Art zu Art und enthält Substanzen, die der Mücke den Trinkakt erleichtern: Stoffe, die die Gerinnung hemmen, Gefäße weiten oder den Einstichschmerz betäuben. Dieser Speichelcocktail variiert genauso wie die Immunreaktion des menschlichen Individuums.

Es lässt sich daher nicht vorhersagen, welche Mückenart besonders ausgeprägte Lokalreaktionen auf ihre Stiche hervorruft. Sogar beim selben Menschen kann sich im Laufe des Lebens durch Sensibilisierung oder Desensibilisierung die Reaktion auf Stiche ein- und derselben Mückenart ändern.

In jedem Fall ist es ratsam, die Einstichstelle zunächst mit sauberem, kaltem Wasser abzuspülen und mit Coolpacks oder mit in ein Tuch eingewickelten Eiswürfeln zu kühlen. Verbleibt ein Juckreiz, lässt sich dieser mit einem Gel oder Spray lindern. Bamipin (wie Soventol®) oder Dimetinden (Fenistil®) wirken abschwellend. Gelgrundlagen oder Roll-on-Stifte wirken zusätzlich kühlend (wie Soventol® Anti-Juck Stift-Gel mit Polidocanol, Autan® Akut Gel oder Fenistil® Kühl Roll-on). Zubereitungen mit 0,25 oder 0,5 Prozent Hydrocortison (wie Hydrogalen® akut, Soventol® Hydrocort) nehmen die Entzündung, sollten aber nicht bei Kindern unter sechs Jahren zum Einsatz kommen.

Auch Hitze statt Kälte nach einem Stich ist möglich: Durch die Applikation von konzentrierter Wärme mithilfe eines elektrischen, stiftförmigen Gerätes (wie Bite Away®, Heat it® classic Stichheiler) soll die Histaminausschüttung unterbunden werden. Da die Nerven in der Haut sehr sensibel auf Überwärmung reagieren, wird die Reizweiterleitung des Juckreizsignals gehemmt.

Wer den Juckreiz unterdrückt, unterbindet zumindest Kratzattacken und vermeidet dadurch eine Infektionsgefahr. Ein antiseptisches Wundgel (wie Betaisodona® Advanced Wundgel, Medigel® schnelle Wundheilung) beugt dem zusätzlich vor. Am besten ist es freilich, gar nicht erst gestochen zu werden. Die »vier D der Prophylaxe« sind ein guter Leitfaden.

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