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Neutralisierende Antikörpertiter
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Welche Werte schützen vor einer Durchbruchinfektion?

Alle verfügbaren Covid-19-Impfstoffe bieten zwar einen guten Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Allerdings schützen sie nur mäßig vor Durchbruchinfektionen. Bisher gibt es keine zuverlässigen Biomarker, auf deren Basis das Risiko für eine Durchbruchinfektion abschätzen lässt. Dies könnte sich ändern.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 19.07.2022  12:30 Uhr

Werte kaum mit historischen Werten vergleichbar

Immer wieder ist in der Vergangenheit über Schwellenwerte diskutiert worden, die zuverlässig als Risiko-Marker dienen könnten. Bereits im August letzten Jahres hatte ein Team um Peter B. Gilbert vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle zeigen können, dass niedrige Werte an neutralisierenden Antikörpern als Indikator für einen unzureichenden Schutz vor Covid-19 dienen können.

Ein Team um Dr. Shuo Feng von der Universität Oxford schlug im Oktober 2021 Antikörper-Grenzwerte als Immunkorrelat vor. Demnach sei ein 80-prozentiger Schutz vor symptomatischer Infektion bei 264 BAU/ml von gegen das Spike-Protein von SARS-CoV-2 gerichteten IgG-Antikörpern beziehungsweise bei 506 BAU/ml von gegen die Rezeptorbindedomäne (RBD) des Spike-Proteins gerichteten IgG-Antikörpern gegeben.

Anhand dieser Zahlen erkennt man allerdings das Dilemma. Die Werte hängen in hohem Maße von dem Test ab, mit dem sie bestimmt werden. Zwar hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Einführung der »Binding Antibody Units (BAU) per mL« einen Standard für den Ausgabewert von Antikörpertitern definiert. Aber noch gibt es keinen Teststandard.

Die Essener Forscher haben einen SARS-CoV-2 S1 RBD IgG/sCOVG Test verwendet, der auf einem Siemens Atellica® IM System (Siemens Healthcare GmbH, Erlangen) durchgeführt wurde. Für den Vergleich mit den älteren Daten hilft diese Information nicht viel. Dringend ist daher eine Harmonisierung zu fordern.

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