Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Ernährung
-
Weizenproteine verschlechtern MS-Symptome

Eine weizenhaltige Ernährung kann entzündliche Reaktionen bei einer Multiplen Sklerose (MS) fördern, fand ein Forschungsteam der Universitätsmedizin Mainz. Auslöser ist dabei nicht das Klebereiweiß Gluten, sondern sogenannte ATI.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 23.01.2024  09:00 Uhr
Weniger Schmerzen, bessere Lebensqualität

Weniger Schmerzen, bessere Lebensqualität

Bei Mäusen mit experimenteller autoimmuner Enzephalomyelitis (EAE) verschlechterten sich die Symptome stark, wenn die Mäuse ein Futter mit 25 Prozent Weizen bekamen, im Vergleich zu Tieren mit der gleichen, aber weizenfreien Ernährung. Die Symptomverschlechterung ließ sich mit einer minimalen Menge ATI-Proteinen (0,15 Prozent des Futtergewichts) reproduzieren, nicht jedoch mit einer großen Menge Glutenproteinen (5 Prozent des Futtergewichts). Die Forschenden werten dies als Beleg, wie wichtig die Darm-Hirn-Achse bei entzündlichen ZNS-Erkrankungen ist.

Die Ergebnisse konnte das Team in einer Pilotstudie mit 16 Patienten mit mittelgradig schwerer, gering aktiver MS (RRMS) nachvollziehen. Eine Gruppe ernährte sich drei Monate lang stark weizenreduziert, während die andere Gruppe ihre weizenhaltige Kost weiterführte. Nach den drei Monaten wechselten die Gruppen für weitere drei Monate zur jeweils anderen Diät. Die Betroffenen hatten während der ATI-reduzierten Kost signifikant weniger Schmerzen. Zudem wurden weniger entzündliche Immunzellen in ihrem Blut gemessen, die zirkulierenden proinflammatorischen T-Zellen (primärer Endpunkt) nahmen aber nicht ab.

»Eine weizenfreie Ernährung kann die Schwere einer MS und anderer entzündlicher Erkrankungen mildern«, resümiert Schuppan. Studien, die unter anderem eine weizenfreie Ernährung mit anderen medikamentösen Therapien verbinden, seien geplant.

Mehr von Avoxa