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Apothekerkammer Nordrhein

Weitere Apotheken schließen die Pforten

Seit Jahresbeginn hat sich die Apothekenanzahl im Kammerbezirk Nordrhein durch Schließungen um 26 verringert. Die fünf neu eröffneten Apotheken können das nicht ausgleichen. Obwohl die Versorgung mit Arzneimitteln überall sichergestellt ist, ist die Tendenz laut Kammerpräsident Armin Hoffmann trotzdem besorgniserregend .
Kerstin Pohl
17.08.2021  16:20 Uhr

Im Hinblick auf den teils unseriösen Arzneimittelversand aus dem Ausland, gegen den die Apothekerkammer seit Jahren immer wieder vor Gericht zieht, sieht Kammerpräsident Armin Hoffmann die Lage sehr kritisch. Denn im Gegensatz zu den ausländischen Versendern versorgen Apotheken vor Ort nach wie vor die Menschen mit Botendiensten, Rezepturen und bieten persönliche Beratungen an. Und das sowohl an Wochenenden als auch nachts und an Feiertagen. Das betonte er heute in einer Mitteilung der Kammer anlässlich erneut drastisch sinkender Apothekenzahlen im Kammerbezirk Nordrhein.

Diese Gemeinwohlleistungen der Vor-Ort-Apotheken könne ein Paketdienst, der auch Bücher und Mode transportiert, nicht erbringen, so Hoffmann. Arzneimittel seien besondere Wirtschaftsgüter mit einem hohen Beratungsbedarf, gegen deren Bagatellisierung sich die Apothekerinnen und Apotheker wehren, erklärte der Kammerpräsident.

Appell an Patienten und Kunden

Hoffmann lehnt deshalb auch eine »Geiz-ist-geil«-Mentalität ab, um ein paar Euro zu sparen. Allerdings habe es jeder Kunde und Patient selbst in der Hand, wem er zukünftig den Vorzug gibt: einem anonymen Internetversender oder dem Apotheker vor Ort, der im persönlichen Gespräch individuell berät. Bis zu einem gewissen Maße habe es also jeder Patient und Kunde selbst in der Hand, ob Apotheken zukünftig schließen müssen oder ob sie für die Versorgung der Bevölkerung vor Ort erhalten blieben.

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