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Importquote

Weg damit!

Die Delegierten des Deutschen Apothekertages 2018 in München haben einen Antrag diskutiert, der den Gesetzgeber auffordert, die Verpflichtung zur Abgabe von Import-Arzneimitteln zu streichen.  Mit großer Mehrheit wurde dieser Antrag angenommen.
Sven Siebenand
11.10.2018
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»Die Pflicht zur Abgabe von importierten Arzneimitteln gefährdet die Arzneimittelsicherheit, schafft verfehlte Anreize im Markt, die zu Lieferengpässen führen, und fördert schlussendlich kriminelles Handeln«, heißt es in der Begründung des Antrages, der vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg eingereicht worden war. Seit Jahren nehme der Handel mit gestohlenen und gefälschten Arzneimitteln zu. Die Entwicklung stelle aus Sicht der Apothekerschaft eine ernstzunehmende Bedrohung für die Patientensicherheit dar. 

Für die Abschaffung der Importquote spreche auch, dass sich im Zeitalter von Rabattverträgen für die Gesetzliche Krankenversicherung keine nennenswerten und in der Abwägung mit den Risiken der Arzneimittelsicherheit vertretbaren Wirtschaftlichkeitsreserven ergeben. Die Antragsteller weisen zudem darauf hin, dass die Import-Abgabeverpflichtung bei Apotheken, Rechenzentren und Krankenkassen zu einem bürokratischem Aufwand führe, der ebenfalls nicht in einem vertretbaren Verhältnis zu den aus der Regelung zu erzielenden Wirtschaftlichkeitsreserven stehe. Last but not least habe sich gezeigt, dass die Import-Abgabeverpflichtung in den Herkunftsländern der Medikamente zur Verknappung des dortigen Arzneimittelangebots führe. 

Foto: PZ/Alois Müller

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