| Christina Hohmann-Jeddi |
| 27.08.2026 16:00 Uhr |
Malaria war lange Zeit auch in Europa endemisch. Erst seit den 1950er-Jahren ist Deutschland und seit Mitte der 1970er-Jahre Europa kein Malaria-Endemiegebiet mehr. Durch massive Eradikationsprogramme mit früher Behandlung von Infizierten und dem Einsatz des Insektizids DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) konnten die Krankheit eliminiert und die übertragenden Anophelesmücken stark reduziert werden.
Stechmücken-Arten der Gattung Anopheles gibt es aber immer noch in Europa. So kommen in Deutschland sechs Anopheles-Arten vor, darunter A. plumbeus, A. algeriensis und A. maculipennis. Außerdem sind zwei neue Arten in den vergangenen Jahren hinzugekommen. Seit 2015 hat sich A. petragnani in Süddeutschland etabliert, und A. hyrcanus wurde in Brandenburg mehrfach nachgewiesen.
Einige dieser Spezies können Plasmodien übertragen. Vom RKI heißt es dazu: »Es gibt in Deutschland stellenweise Anopheles-Arten, die unter geeigneten Umweltbedingungen Malaria-Erreger übertragen können.« Hierfür müsse der Erreger zunächst von einem unbehandelten beziehungsweise noch nicht behandelten Menschen im Blut von einer Tropenreise mitgebracht werden.
Etablieren könnte sich Malaria wieder, wenn sich die Malaria übertragenden Mückenpopulationen ausdehnen und die Tiere den Erreger bei Blutmahlzeiten von infizierten Reiserückkehrern aufnehmen und anschließend andere Personen stechen. Wenn sich solche Infektionsketten über einen längeren Zeitraum wiederholten, könnte theoretisch Malaria nach Europa zurückkehren. Für Deutschland sieht das RKI das Risiko als gering an, solange eingeschleppte Malaria-Erkrankungen oder Fälle von Flughafenmalaria rasch erkannt und behandelt würden.
Das Risiko für solche Infektionsketten in Deutschland lässt sich auch senken, wenn Reisende in Malaria-Endemiegebieten sich sorgfältig vor Mückenstichen schützen. Zu den präventiven Maßnahmen zählt die konsequente Anwendung von Repellenzien, das Tragen langärmeliger Kleidung und das Schlafen unter Moskitonetzen.