Eine Gehirnerschütterung sollte aufmerksam beobachtet werden. Halten die Symptome länger als 30 Minuten an, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. / © Adobe Stock/Louis-Paul Photo
Fußball, Dachbalken, geöffnete Tür des Küchenschranks: Machen sie Bekanntschaft mit dem Schädel, sehen wir erst einmal Sternchen. Oft kommen wir bloß mit dem Schrecken davon, manchmal ist aber auch eine Gehirnerschütterung die Folge.
Wie erkenne ich so ein Schädel-Hirn-Trauma? Was sollte ich dann tun? Und wie gefährlich ist das? Neurochirurg Professor Dr. Eckhard Rickels und Neurologe Professor Dr. Frank Erbguth geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Macht der Kopf Bekanntschaft mit dem Küchenschrank oder dem Boden, ist das zwar schmerzhaft, in den meisten Fällen aber unbedenklich. »Die leichteste Form des Kontakts ist die sogenannte Schädelprellung. Die betrifft das Gehirn nicht«, sagt Erbguth. Ist der Schlag jedoch so heftig, dass auch das Gehirn involviert ist, sprechen Mediziner von einem Schädel-Hirn-Trauma, das drei verschiedene Schweregrade haben kann.
Die leichteste und häufigste Form ist im Volksmund als Gehirnerschütterung bekannt. »Dabei wird das Gehirn an die Schädelwand gepresst, wobei Gehirnzellen kurzfristig in ihrer Funktion beeinträchtigt werden können. Salopp gesagt, ist das wie ein temporärer Softwareschaden«, sagt Erbguth.
In Deutschland gebe es Studien zufolge jährlich etwa 500.000 Schädelhirnverletzungen, sagt Rickels von der ZNS-Stiftung - Hilfe für Menschen mit Schädelhirntrauma. Ungefähr 90 Prozent davon seien leichte Traumata.
Gehirnerschütterungen können überall dort passieren, wo von außen auf den Schädel eingewirkt wird. »Die Klassiker sind Sportverletzungen. Etwa 20 Prozent der Schädel-Hirn-Traumata resultieren aus dem Sport«, sagt Erbguth. Auch Verkehrsunfälle oder Stürze im häuslichen Umfeld gehen häufig mit Schädelhirnverletzungen einher.
Bei einem Schädel-Hirn-Trauma kommt es in der Regel zu Bewusstseinsstörungen. Das unterscheidet es per Definition von der einfachen Schädelprellung. Neben Bewusstlosigkeit oder Benommenheit können sich auch folgende Symptome zeigen: